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Daten dauerhaft speichern: Ein Schriftstück hält Tausende von Jahren, eine Schallplatte kann man nach hundert Jahren noch anhören. Was aber ist mit DVDs, Festplatten und Flash-Speichern? Wie lange lassen sich deren Daten auslesen? Im Loewe-Schwerpunkt Mosla geht es unter Federführung der Philipps-Universität Marburg darum, Möglichkeiten zur Langzeitspeicherung von Informationen in molekularbiologischen und chemischen Systemen zu erforschen. Denn sonst droht ein „Digital Dark Age“, ein dunkles digitales Zeitalter. 

Hochschulen

Mehr Geld für Hessens Forscher

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Mit dem Loewe-Programm fördert Hessen Hochschul-Projekte mit 100 Millionen Euro jährlich. Dabei geht es um Krebstherapien, Superspeicher und das Bauen mit Papier.

Mit fast 800 Millionen Euro hat das Land Hessen seit dem Jahr 2008 zahlreiche Forschungsvorhaben an Hochschulen, Universitäten und anderen Einrichtungen gefördert. Der gerade vorgelegte Loewe-Jahresbericht für 2018 zeigt die Bandbreite der Projekte von Krebstherapie über Konfliktbewältigung bis zum Klimawandel. Künftig soll es noch mehr Geld geben.

Loewe ist das Akronym, also das aus den Anfangsbuchstaben gebildete Wort für die „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“. Dieses erste eigenständige Programm Hessens zur Förderung der Forschung wurde im Juli 2007 beschlossen, die ersten Projekte wurden dann im Jahr 2008 gefördert.

Krebs besiegen: Kann man vorhersagen, wie Krebspatienten auf eine Therapie ansprechen? Dieser Frage geht das Loewe-Zentrum FCI (Frankfurt Cancer Institute) nach.   Im Bild erklärt Direktor Christian Weiss die hochmoderne Strahlentherapie.

„Loewe ermöglicht Spitzenforschung in den verschiedensten Bereichen“, erläuterte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts. Als Beispiele nannte sie das nationale Cybersicherheitszentrum Athene in Darmstadt, das sich mit Risiken der vernetzten Computerwelt befasst, und das Loewe-Zentrum Safe, das eine nachhaltige Architektur für die Finanzmärkte erforscht. Zu den geförderten Vorhaben gehört auch das Gießener Zentrum für Insektenbiotechnologie, wo Wissenschaftler daran arbeiten, neue Wirkstoffe für die Medizin, den Pflanzenschutz oder die biologische Konservierung von Lebensmitteln zu entwickeln.

Kriege der Bronzezeit: Zu wissen, wie Konflikte entstehen, kann helfen, diese zu beenden oder sie zu verhindern. Im Loewe-Schwerpunkt prähistorische Konfliktforschung unter der Federführung der Goethe-Universität Frankfurt versuchen die Wissenschaftler, ein besseres Verständnis für die Auseinandersetzungen zu gewinnen, die sich in schriftlosen Zeiten abspielten. 

Von 2008 bis 2018 wurden insgesamt 14 Loewe-Zentren und 54 Schwerpunkte gefördert. Unterstützung erhielten auch knapp 300 Projekte von Forschungseinrichtungen im Verbund mit kleinen und mittleren Unternehmen.

 Der Loewe-Schwerpunkt „Bamp!“ unter Federführung der Technischen Universität Darmstadt untersucht, wie Bauen mithilfe von nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig werden kann. Die Forscher, hier Fabian Luttropp (links) und Samuel Schabel, suchen nach Möglichkeiten, Papier für den Hausbau einzusetzen.

Im Jahr 2018 waren laut Wissenschaftsministerium mehr als 1400 Beschäftigte in den Projekten tätig. In den zehn Jahren der Loewe-Förderung veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund 21 000 Publikationen, hielten 12 000 Fachvorträge und organisierten 1300 wissenschaftliche Tagungen. 190 Patente wurden beim Europäischen Patentamt angemeldet, ein Viertel davon wurde erteilt. Bis 2025 soll das Budget auf 100 Millionen Euro jährlich steigen.

Den gesamten Jahresbericht gibt es unter loewe-hessen.de.

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