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Mehr Geld für die Unesco-Welterbestätte Grube Messel bei Darmstadt

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Von: Jens Joachim

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Philipe Havlik wechselt vom Senckenberg-Museum zur Unesco-Welterbestätte Grube Messel.
Philipe Havlik wechselt vom Senckenberg-Museum zur Unesco-Welterbestätte Grube Messel. © Christoph Boeckheler

Philipe Havlik, der derzeit die Kuration des Senckenberg-Naturmuseums in Frankfurt leitet, wird im April neuer Geschäftsführer der gemeinnützigen Welterbe-Gesellschaft Grube Messel.

Das Land Hessen wird den Zuschuss für die Präsentation der Unesco-Welterbestätte Grube Messel mehr als verdoppeln. Zudem bekommt die gemeinnützige Gesellschaft Welterbe Grube Messel im kommenden Jahr mit Philipe Havlik einen neuen Geschäftsführer. Das hat Ayse Asar (Grüne), die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, am Mittwoch mitgeteilt. Asar ist zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzende der gemeinnützigen Welterbe-Gesellschaft.

Der künftige Geschäftsführer Havlik, der derzeit die Kuration des Senckenberg-Naturmuseums in Frankfurt leitet, wird zum 1. April nach Messel wechseln. Dort wird der 43-Jährige Marie-Luise Frey ablösen, die sich Ende April nach fast 20 Jahren als Geschäftsführerin in den Ruhestand verabschiedet.

Ende Oktober konnte sich Marie-Luise Frey (re.), die Geschäftsführerin der Welterbe Grube Messel gGmbH, in Spanien über die Aufnahme der Fossilienlagerstätte in die Liste der 100 geologisch bedeutsamsten Stätten der Welt freuen.
Ende Oktober konnte sich Marie-Luise Frey (re.), die Geschäftsführerin der Welterbe Grube Messel gGmbH, in Spanien über die Aufnahme der Fossilienlagerstätte in die Liste der 100 geologisch bedeutsamsten Stätten der Welt freuen. © Welterbe Grube Messel gGmbH

Welterbe Grube Messel bei Darmstadt: „Einzigartiger Blick in die Urzeit“

Asar zufolge will das Land der gemeinnützigen Gesellschaft Welterbe Grube Messel 2023 und 2024 mit jeweils rund 770 000 Euro mehr als doppelt so viel Geld wie bisher zur Verfügung stellen. So sei im Regierungsentwurf für den Landeshaushalt für die beiden Jahre eine Erhöhung der Mittel um jeweils 400 000 Euro pro Jahr vorgesehen.

Nach den Worten der Wissenschaftsstaatssekretärin ermöglicht die Grube Messel „einen weltweit einzigartigen Blick in die Urzeit“. Asar äußerte, sie sei „glücklich, dass wir für diesen besonderen Ort einen so erfahrenen Museumsmacher gewinnen konnten“. Havlik habe bereits für das Senckenberg-Museum in Frankfurt „wunderbare Ausstellungsprojekte“ wie etwa ,Edmonds Urzeitreich – Eine Dinograbung in Frankfurt‘ geleitet und damit „eindrucksvoll vorgeführt“, wie man Wissen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen könne.

Grube Messel: Philipe Havlik folgt Marie-Luise Frey als Geschäfsführer

Der Geologe hatte Mitte 2019 im US-Bundesstaat Wyoming einen Fundort mit Dinosaurierfossilien in 16 Steinquadrate aufgeteilt und diese in Containern nach Frankfurt verschifft, um die Überreste der Dinosaurier dort auszugraben und zu präparieren.

Staatssekretärin Asar zufolge soll Havlik „die Findungskommission mit seinen begeisternden Ideen für die Welterbestätte und ihr Besucherzentrum schnell für sich eingenommen haben“. Sie freue sich darauf, dass die von Havlik entwickelten Ideen nun realisiert würden.

Kurator am Senckenberg-Naturmuseum in Frankfurt wechselt nach Messel

Havlik ist seit 2021 leitender Kurator am Frankfurter Senckenberg-Naturmuseum. Für die Grube Messel begeistert sich der Geologe, der seit 2019 auch Doktorand im Fachgebiet Angewandte Sedimentgeologie des Instituts für Angewandte Geowissenschaften der Technischen Universität Darmstadt ist, schon lange: 2004 betreute er eine Messel-Ausstellung in Stuttgart.

Derzeit bereitet er für das Senckenberg-Museum eine Ausstellung zum 30-jährigen Unesco-Jubiläum der Grube Messel im Jahr 2025 vor. Die Fossillagerstätte war 1995 als erste Weltnaturerbestätte Deutschlands in die Welterbeliste aufgenommen worden.

www.grube-messel.de

Vor 47 Millionen Jahren gab es lebendgebärende Schlangen. Das zeigt ein Fossil aus der Grube Messel. Der Fund sei weltweit einzigartig, teilte im November das Senckenberg Museum in Frankfurt mit. In diesem Jahr wurden in der Grube Messel auch fossile Blüten mit Pollen gefunden worden.

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