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Forschung

Mehr Experimente an Hessens Hochschulen

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Die hessische Wissenschaftsministerin Dorn fördert Forschung anders als bisher – Scheitern ist ausdrücklich erlaubt. Außerdem will sie Top-Forscher nach Hessen locken.

Ideenreiche Forscher sollen an hessischen Hochschulen „hoch innovativen Forschungsideen“ nachgehen. Zwei Jahre lang können sie mit einer Förderung von 200 000 bis 300 000 Euro „einen radikal neuen Ansatz testen“ – in der Hoffnung, dass damit bahnbrechende Wege eingeschlagen werden. Ein Scheitern sei nicht ausgeschlossen, sagte Dorn, aber: „Wissenschaft muss Risiken eingehen.“ Damit schließe Hessen eine „Förderlücke“ im deutschen Wissenschaftssystem.

Das ist die Idee des neuen Förderprogramms „Loewe Exploration“, das Dorn am Freitag in Wiesbaden gemeinsam mit Karl Max Einhäupl vorstellte. Der Neurologe und ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrats steht an der Spitze des Programmbeirats des hessischen Loewe-Programms. Die Abkürzung steht für die Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, die vor zwölf Jahren gestartet worden war.

Seither flossen nach Angaben von Ministerin Dorn rund 858 Millionen Euro vom Land in die hessische Forschungsförderung. Für dieses Jahr stehen nach Dorns Angaben 60 Millionen Euro für Loewe bereit. Diese Summe solle innerhalb von fünf Jahren auf 100 Millionen Euro gesteigert werden.

Top-Forscher für Hessen

Dabei sollen nicht nur neue Wege getestet werden. Hessens Hochschulen sollen auch zum Anziehungspunkt für bereits „international gefragte Top-Forscherinnen und Forscher“ werden. Dank besserer Strategien sollen sie auch in den Kreis der bundesweiten Exzellenz-Unis vorstoßen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die international gefragt sind, sollen mit beträchtlichen Mitteln gelockt werden. Sie erhalten innerhalb von fünf Jahren Forschung je nach Fachrichtung bis zu drei Millionen Euro für Personal und Sachausstattung. „Damit können die Hochschulen Bedingungen schaffen wie an der Sorbonne in Paris, in Zürich oder London und so wissenschaftliche Stars besser halten oder anlocken“, erläuterte Ministerin Dorn. Fünf bis sechs Anträge in dieser Größenordnung könnten pro Jahr genehmigt werden.

Bayern und Baden-Württemberg bleiben das Maß aller Dinge bei der Forschungsförderung. Aber Hessen habe dank Loewe aufgeholt, sagte Einhäupl. Als Beispiele nannten Dorn und er das Loewe-Zentrum „Sustainable Architecture for Finance in Europe“ (Safe) in Frankfurt, das zu Jahresbeginn als Leibniz-Einrichtung in die dauerhafte Bund-Länder-Förderung aufgenommen worden sei, und das Nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit in Darmstadt, das aus dem Loewe-Programm entstanden sei. Zudem entwickelten sich das Gießener Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen und das Frankfurter Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie“ von Loewe-Zentren zu Fraunhofer-Instituten.

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