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Die Stadtspitze griff selbst zum Spaten, um die letzten der 12 000 Stieleichen einzusetzen. annette schlegl
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Die Stadtspitze griff selbst zum Spaten, um die letzten der 12 000 Stieleichen einzusetzen. annette schlegl

Rodgau

Mehr als 12 000 zarte Pflänzchen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Im Rodgauer Stadtwald hat die Aufforstung auf den ersten Windbruchflächen begonnen. Durch Sortenvielfalt soll der Waldumbau gelingen.

Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass ein schweres Unwetter im Rodgauer Forst Schneisen der Verwüstung hinterließ. Holzerntemaschinen, sogenannte Harvester, haben die riesigen Sturmschäden im Rodgauer Stadtwald nun größtenteils aufgearbeitet – und es kann erstmals an die Aufforstung gehen. In den vergangenen Tagen wurden auf einer zwei Hektar großen Windbruchfläche mehr als 12 000 junge Bäumchen gesetzt, die mit einem Wildzaun gegen Verbiss gesichert sind.

30 000 Euro hat die Stadt Rodgau für die Aufforstung auf der Fläche in der Waldabteilung Jügesheim in die Hand genommen. Ausgewählt wurden Sorten, die nach heutigen Erkenntnissen robust genug erscheinen, um dem Klimawandel standzuhalten. 12 000 zweijährige Stieleichen und 100 einjährige Vogelkirschen sind die „Pioniere“, die ab jetzt im Waldboden Umwelteinflüssen wie Trockenheit und großer Hitze trotzen sollen. „Die Bäumchen kommen aus dem Rheingraben und wurden in Frankfurt gezüchtet“, erklärte Steffen Freckmann, Fachgebietsleiter Forst bei der Stadt Rodgau.

Im Herbst wird eine weitere Pflanzung auf einem anderen Areal folgen, bei der Eicheln aus Südfrankreich als Saatgut Verwendung finden sollen. „Wenn wir welche kriegen“, sagt Freckmann. „Alle kaufen jetzt Eichen aus dem mediterranen Raum.“ Der Grund: Die Mittelmeer-Bäume kommen mit dem Klimawandel besser zurecht.

Auf Rodgauer Gebiet sind insgesamt 125 Hektar Wald weg. 65 Hektar fielen dem Sturm im August 2019 zum Opfer, und rund 60 Hektar Kiefernwald raffte der Diplodia-Pilz dahin. „Binnen einem Jahr wurde der Einschlag der nächsten sechs bis sieben Jahre aufgearbeitet“, sagt Freckmann.

Die jetzt angepflanzte Fläche ist Teil eines dreiteiligen Konzeptes, das von Fachleuten erarbeitet wird, um wieder neuen Forst zu schaffen. Zum einen setzt man auf Rekultivierung durch Nachpflanzung, zum zweiten auf Naturverjüngung durch natürliche Ansamung, zum dritten auf das „Labor im Freien“, wo neue Baumarten getestet werden. „Je nach Bodenbeschaffenheit fällt dann die Entscheidung, was wo zu tun ist“, so Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). „In der Landwirtschaft denkt man ein Jahr im Voraus, aber wir müssen Weitsicht für drei bis vier Generationen beweisen.“

Künftig sollen sechs bis sieben Baumarten auf den Flächen wachsen, um das Risiko von Folge- und Monokulturschäden zu minimieren. Birke und Kiefer seien Pionierbäume und würden von selbst ansamen, „bei der Eberesche werden wir ein wenig nachhelfen“, so Freckmann. Weil nicht alle Flächen gleichzeitig gepflegt werden können, gehe man „abteilungsweise“ vor.

Einige Hektar werden auch nur eingezäunt, sich selbst überlassen und später mit anderen Bäumen durchmischt. Zum Plan gehört es, Schlagabraum auf Flächen zu belassen – auch wenn das für Laien wild aussieht. Im Holz finden Insekten und kleinere Tiere Unterschlupf. der Boden ist vor Erosion geschützt, und es entsteht Biomasse.

Im August 2019 hatte ein Sturm im Rodgauer Stadtwald schwer gewütet. rolf oeser
Auf einigen Flächen bleibt der Schlagabraum bewusst liegen - auch wenn das wüst aussieht. annette schlegl
Die eingepflanzten Bäumchen sind noch klein und schmächtig. annette schlegl

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