Museum

Mathe in Darmstadt ganz ohne Zahlen

Großes Besucherinteresse gibt es an der Mathematikum-Ausstellung für Kinder in der IHK in Darmstadt.

Kurvendiskussion oder Wahrscheinlichkeitsrechnung haben oft nicht allzu viele Fans in der Schule. Dass Mathematik dennoch Spaß machen kann und dazu teils auch noch völlig ohne Zahlen auskommt, zeigt das Gießener Mathematikum. Die Mitmachausstellungen des interaktiven Museums sind im ganzen Bundesgebiet gefragt, die Ausstellung für Vier- bis Achtjährige, das Mini-Mathematikum ist seit vergangener Woche wieder zu Gast im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein-Neckar.

Während unter der Woche nur angemeldete Gruppen die Ausstellung besuchen können, stand sie am Wochenende allen Interessierten offen. Ein Angebot, das insbesondere des durchwachsenen Wetters wegen, gern angenommen wurde. „Es ist doch eine tolle Sache, dass gerade für die Kleinen etwas geboten wird“, sagt Carmen Bönsel, während Tochter Marla gerade die Zahnradstation ausprobiert. An einer Wand müssen mittels Magneten Zahnräder so angeordnet werden, das sich ein Rad dreht. Dabei können die Kinder mehrere Möglichkeiten ausprobieren. Es muss nicht der direkte Weg sein, auch fantasievolle Umwege können angelegt werden. Und ganz nebenbei, ohne erhobenen Zeigefinger lernen sie spielerisch etwas über mathematische und physikalische Phänomene.

„Hier muss man keine Angst vor Mathe haben - wir zeigen, dass Mathe Spaß macht“, sagt Alessandra Sagona, Netzwerk-Koordinatorin der IHK für die Ausstellung. Die Nachfrage nach der Ausstellung ist groß. „Allein in den ersten zwei Stunden waren gut 150 Besucher hier“, sagt sie. Zwar ist die Ausstellung noch bis 3. Mai im IHK-Gebäude zu sehen, doch sind bereits alle Termine dafür vergeben. „Wir haben von 160 Kindergarten- und Schulgruppen Anfragen erhalten, aber wir konnten nur 60 berücksichtigen“, sagt Sagona, „wir sind damit schon völlig ausgebucht.“

Während die vierjährige Marla noch an ihrer Zahnradkonstruktion feilt, probiert der sechsjährige Jonas das Spiegelzelt aus. Wie häufig man sich daran sehen kann, ist vordergründig die Frage, wie Spiegel „funktionieren“, das, was dahinter steckt. „Es macht Spaß und die Kinder lernen etwas, das ist doch eine gute Mischung“, sagt sein Vater.

Da es gerade in technischen Berufen an qualifiziertem Nachwuchs mangelt, ist der IHK daran gelegen, frühzeitig Begeisterung für Technik oder Naturwissenschaften zu wecken. „Viele Jugendliche wollen zwar studieren, aber in den MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)-Berufen werden Auszubildende gebraucht“, sagt Sagona. Darum verfolge die IHK seit Jahren sehr ambitioniert, Kinder und Jugendliche die vermeintlich trockene Materie zu vermitteln.

So veranstaltete man vergangenes Jahr einen Roboterwettbewerb, lädt regelmäßig zu Lego-Bau-und Programmierwettkämpfen oder hat ein umfangreiches Fortbildungsangebot für Erzieher und Lehrkräfte in MINT-Fächern. „Dabei steht die spielerische Vermittlung von Wissen im Vordergrund, etwa wie ein Pixelbild entsteht “, sagt Sagona. In der Region gibt es schon zwei MINT-Zentren an denen etwa für „Jugend forscht“ experimentiert werden darf, in Bensheim und Ober-Ramstadt werden zwei weitere entstehen. „Wir dürfen eben nicht nur über den Fachkräftemangel klagen, sondern aktiv etwas tun, um Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern“, sagt Sagona. Bei den Jüngsten, das zeigt das Mini-Mathematikum, ist das jedenfalls gut gelungen.

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