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Eldorado für Motorradfahrer: der Große Feldberg als beliebtes Ziel in der Biker-Saison.

Verkehr

Motorrad-Massenfahrt zum Feldberg

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Am Sonntag ist eine Motorrad-Demonstration mit mindestens 1500 Fahrern angekündigt. Es soll ein Zeichen gegen Raserei und Sperrungen gesetzt werden.

Nein, gegen die behördlich angekündigten Testsperrungen zwischen 7. und 15. September hat der Motorradfahrer-Bundesverband (BVDM) nichts einzuwenden. „Wir fürchten jedoch eine Dauersperrung ab 2020“, sagt Zweiter Vorsitzender Michael Wilczynski. Mit der für den morgigen Sonntag anberaumten Massenfahrt soll jedenfalls demonstrativ „Flagge gezeigt werden“.

Ab 11 Uhr sind am Hochtaunus-Landratsamt mehr als 1500 Kraftrad-Lenker zu erwarten. „Nach kurzen Ansprachen rollen wir langsam Richtung Hohemark und Großer Feldberg.“ Eine Großkundgebung, die ein Zeichen für „bewusstes Fahren“ und gegen „gefährliche Raserei“ setzen soll.

Mit „einer Handvoll Rücksichtsloser“ wollen die Verbandsmitglieder nichts zu tun haben, gefordert werden vielmehr harte Strafen für Hochtempo-Biker mit aufgemotzten Maschinen. Nicht nur am Sonntag wollen Wilczynski und Kollegen zwischen Anwohnern, Behörden und Kradfahrern vermitteln – „unsere Strategie ist Sensibilisierung“.

Organisiert für den Demo-Tag – erwartet werden auch Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet und Koblenzer Raum – ist eine aus Toiletten und Bühnen bestehende Infrastruktur. Gegen 13.30 Uhr soll „Paddy goes to Holyhead“ zwecks Beschallung von Mensch und Materie auftreten.

Einen kompletten Ausschluss von Motorradfahrern im Feldberggebiet hält Michael Wilczynski für vorstellbar. „Wenn von Sperrung die Rede ist, macht uns das aus Erfahrung hellhörig.“ Im Falle einer solch durchgreifenden Entscheidung kündigt er juristische Gegenwehr an: „Wir haben schon mit unserem Anwalt gesprochen und sehen gute Chancen für den Klageweg.“ Mit Geschützen dieser Art werde am Sonntag jedoch nicht jongliert.

Klar, dass Unfälle und Lärmbelästigungen nicht zu tolerieren seien. Es gebe aber andere Möglichkeiten als Abriegelung – „die Behörden holen uns ja nicht ins Boot“. Ob ein großer Korso mit tausendköpfiger Biker-Beteiligung nochmals im Hohen Taunus initiiert wird, ist zur Stunde ungewiss. „Eine Demo-Fahrt in diesem Stil ist ein zweischneidiges Schwert.“ Immerhin werde dabei auch Lärm produziert.

Zur Demonstration gegen Streckensperrungen treffen sich die Motorradfahrer Sonntag um 11 Uhr am Landratsamt des Hochtaunuskreises. Von dort rollt der Korso via „Kanonenstraße“ zum Feldberg-Plateau.

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