Zum Schuljahresbeginn in Hessen den Mundschutz nicht daheim vergessen.
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Zum Schuljahresbeginn in Hessen den Mundschutz nicht daheim vergessen.

Corona

Maskenpflicht kommt „kurz vor knapp“

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Die Parteien diskutieren über eine Regelung für das neue Schuljahr in Hessen. Kritik gibt es vor allem am Zeitpunkt der Bekanntgabe.

Kinder und Jugendliche sollten ihre Maske nicht vergessen, wenn sie in die Schule gehen. Es werde „zum Schulstart am Montag eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung außerhalb der Klassenzimmer geben“, kündigte die schwarz-grüne Landesregierung am Mittwoch an.

Hessen regelt das Thema damit so wie die meisten Bundesländer. Im Schulgebäude müssen die Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Lehrerinnen und Lehrer Maske tragen, im Unterricht aber nicht. Nordrhein-Westfalen hatte die Pflicht zumindest vorübergehend auch für den Unterricht eingeführt.

Von der politischen Konkurrenz kam am Mittwoch Kritik am Zeitpunkt der Entscheidung. Die Landesregierung habe „Schulverantwortliche, Eltern und Kinder wieder mal bis kurz vor Toresschluss im Unklaren“ gelassen, monierte der FDP-Bildungspolitiker Moritz Promny.

„Das fällt dem Kultusminister drei Tage vor Schulbeginn ein“, klagte die Linken-Bildungspolitikerin Elisabeth Kula. „Es waren sechs Wochen Zeit, um ein Konzept für den Schulstart und das gesamte Schuljahr vorzulegen. Stattdessen verkündet der Kultusminister die Maßnahmen kurz vor knapp.“

Kula: Maskenpflicht „nicht flächendeckend sinnvoll“

Kula stört sich auch an der generellen Regelung. Eine Maskenpflicht sei „nicht flächendeckend und unabhängig vom Infektionsgeschehen für alle Schülerinnen und Schüler sinnvoll“, urteilte sie.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser sprach sich für eine Maskentragepflicht im Schulgebäude aus. Im Unterricht wäre sie nach ihrer Einschätzung falsch, da die Konzentrationsfähigkeit durch das Tragen der Maske eingeschränkt würde. Auf dem Schulhof hält die Sozialdemokratin das Tragen einer Maske für unnötig.

Rückhalt bekam Kultusminister Alexander Lorz (CDU) aus den Fraktionen der schwarz-grünen Koalition. „Gerade in den heißen Sommertagen kann das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen zwar mühsam sein, sie erhöht aber ohne großen Aufwand deutlich den Infektionsschutz“, sagte der CDU-Schulexperte Armin Schwarz. „Damit wollen wir unseren Lehrkräften und Schülern noch mehr Sicherheit für den Präsenzunterricht bieten.“

Sein Grünen-Kollege Daniel May stellte fest: „Bei steigenden Infektionszahlen müssen auch weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, so dass die nun vereinbarte Maskenpflicht außerhalb des Klassenzimmers eine logische Konsequenz ist.“ Auch in Zukunft werde die aktuelle Pandemielage die Politik „zu stets neuen Abwägungen zwingen, wie Infektionsschutz und Recht auf Bildung in Einklang zu bringen sind“, erwartet May.

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