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Ex-Fernsehmoderator Markus Frick: Angeblich über eine halbe Million Euro Schaden.

Landgericht Frankfurt

Börsenguru schweigt zu Vorwürfen

Hat der ehemalige Börsenexperte Markus Frick Aktien empfohlen, um ihren Kurs gezielt in die Höhe zu treiben? Die Staatsanwaltschaft hat Anleger ermittelt, die im Vertrauen auf Frick viel Geld verloren haben.

Der einstige TV-Börsenexperte Markus Frick schweigt weiter zu den gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfen. Zum Auftakt seines Strafprozesses vor dem Landgericht Frankfurt kündigten Fricks Anwälte am Donnerstag aber an, dass sich der 41-Jährige zu einem späteren Termin äußern werde.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-TV-Moderator vor, die Kurse von Aktien manipuliert und Anleger, die seinen Empfehlungen folgten, betrogen zu haben. Neben Frick sitzen zwei mutmaßliche Komplizen im Alter von 43 und 45 Jahren mit auf der Anklagebank.

Der bereits einschlägig vorbestrafte Frick soll in einem Börsenbrief von April bis Mai 2012 drei Aktientitel empfohlen haben, um ihren Kurs gezielt in die Höhe zu treiben. Seine Hintermänner hätten die von ihnen gehaltenen Papiere dann mit hohem Gewinn an der Börse verkauft. Frick habe seinen Anhängern dabei vorgemacht, dass der „Deutsche Aktiendienst“ die empfohlenen Aktien für sein Musterdepot selbst im großen Umfang erwerben werde.

Für die kaum bekannten Nebenwerte wurden kurzfristige Kurssteigerungen von teils mehr als hundert Prozent versprochen. Für seine Dienste habe Frick zwei Millionen Euro erhalten, sagte Staatsanwalt Torsten Krach. Von dieser Summe habe er 300 000 Euro an den 43 Jahre alten Mitangeklagten weitergereicht, der dafür die Organisation übernommen habe. Die Texte habe Frick selbst verfasst. Der dritte Angeklagte, ein Versicherungsvertreter und EDV-Spezialist, stellte sich im Prozess als reiner Dienstleister dar, der lediglich den Versand der Börsenbriefe technisch abgewickelt habe. Die möglicherweise kriminellen Hintergründe habe er nicht erkannt und auf die Inhalte der per E-Mail verschickten Börsenbriefe und Newsletter keinen Einfluss gehabt.

625 000 Euro Schaden

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt und der Finanzaufsicht für die beworbenen Aktien der Unternehmen Letsbuyit, Autev und Venatus das Börsengeschehen analysiert und für jedes Papier 30 Geschädigte herausgefiltert. Zusammen erlitten sie danach einen Schaden von 625 000 Euro. Zur Höhe des tatsächlichen Schadens äußerte sich Staatsanwalt Krach nicht. In dem Zeitraum seien die drei Aktien in einem Volumen von 21 Millionen Euro gehandelt worden.

Probleme bereitet den Ermittlern insbesondere die strafrechtlich notwendige Feststellung des jeweils exakten Schadens. Vor den Tipps waren die Papiere kleiner Aktiengesellschaften kaum gehandelt worden. Am Ende der Aktion stürzten sie unter den Ausgangswert ab und wurden später schließlich von der Börse genommen. Wegen der zunächst eingetretenen Kursgewinne hätten clevere Käufer die Aktien auch schnell wieder mit Gewinn verkaufen können. Die Verteidigung sieht hier einen entscheidenden Hebel gegen den Betrugsvorwurf.

Der gelernte Bäckermeister Frick sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Ihm drohen als Höchststrafe für bandenmäßigen Betrug zehn Jahre Haft. In einem früheren Prozess vor zwei Jahren in Berlin war Frick wegen Kursmanipulation mit 21 Monaten auf Bewährung davongekommen. Betrug hatte ihm die Berliner Staatsanwaltschaft nicht nachweisen können. (dpa)

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