Abschiebung

Mann aus Hessen aus der Haft direkt nach Kabul gebracht

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Hessen schob 20-jährigen Afghanen ab. Die Linke nennt den Abschiebeflug ins Bürgerkriegsland „unerträglich“. Auch viele Männer aus anderen Bundesländern waren an Bord.

Ein 20-jähriger Afghane aus Hessen ist am Dienstag vom Flughafen Frankfurt in sein Heimatland abgeschoben worden. Das hat das hessische Innenministerium auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitgeteilt.

Der junge Mann sei abgeschoben worden, nachdem er eine mehrjährige Freiheitsstrafe verbüßt habe, berichtete ein Sprecher des Ministeriums. „Es handelt sich um einen Mehrfachstraftäter, der unter anderem wegen eines Sexualdelikts, Brandstiftung und Körperverletzung verurteilt wurde.“ Hessen schiebt nach eigenen Angaben „vorrangig“ Straftäter ab.

Der 20-Jährige war an Bord eines Flugs, mit dem insgesamt 31 Männer aus neun Bundesländern nach Kabul geflogen wurden, wie die Deutsche Presseagentur berichtete. Am Flughafen protestierten Anhänger des „Afghan Refugees Movement“ dagegen.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Saadet Sönmez beteiligte sich nach eigenen Worten an der Demonstration. Sie nannte es „unerträglich“, dass erneut Menschen von Frankfurt aus nach Afghanistan abgeschoben würden. „Es vergeht kaum eine Woche ohne Anschläge mit Toten und Verletzten“, stellte Sönmez fest. Es dürfe aber niemand in ein Land abgeschoben werden, in dem ihm Gefahren für Leib und Leben drohten.

Der Flug vom Dienstagabend, der am Mittwoch in Kabul eintraf, war die 27. Sammelabschiebung von Deutschland nach Afghanistan seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Dabei wurden insgesamt 676 Männer zwangsweise nach Afghanistan gebracht, die meisten aus Bayern. (mit dpa/epd)

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