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Mann bei Polizeieinsatz im Bahnhofsviertel Frankfurt erschossen

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Von: Oliver Teutsch

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Die Polizei hat den Tatort in der Moselstraße am Dienstagmorgen weiträumig abgesperrt. Foto: 5vision Media/dpa
Die Polizei hat den Tatort in der Moselstraße am Dienstagmorgen weiträumig abgesperrt. Foto: 5vision Media/dpa © dpa

Tödlicher Einsatz ereignete sich in einem Hotel in der Moselstraße. LKA und Staatsanwaltschaft geben kaum Auskünfte.

Bei einem Polizeieinsatz im Frankfurter Bahnhofsviertel ist in der Nacht auf Dienstag ein junger Mann erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich in einem Hotel in der Moselstraße. Bei dem Opfer soll es sich laut Landeskriminalamt (LKA) um einen wohnsitzlosen 23-Jährigen handeln, der zuvor schon „auf Grund von zahlreichen Straftaten, insbesondere der Gewalt- und Drogenkriminalität“ polizeibekannt gewesen sei.

Der Vorfall ereignete sich laut LKA am frühen Dienstagmorgen. Die Polizei war von Zeug:innen informiert worden, dass sich im Hotel ein bewaffneter Mann aufhalte und dieser zuvor Personen bedroht habe. Vor dem Hintergrund des geschilderten Gefährdungspotenzials wurden ein Spezialeinsatzkommando (SEK) angefordert. Im Rahmen des Einsatzes kam es innerhalb des Gebäudes zum Schusswaffengebrauch durch das SEK bei dem der 23-Jährige schwer verletzt wurde und seinen Verletzungen später erlag.

Ein Mitarbeiter des Hotels sagte auf FR-Anfrage, der Radau habe bereits um ein Uhr nachts angefangen. Eine Frau habe sich von einem Mann bedroht gefühlt und Hilfe verlangt. Bei dem Aggressor handelte es sich laut dem Mitarbeiter um einen „somalischen schwarzen Mann“. Dieser habe dann wohl einen Hund der alarmierten Polizei getötet. Im Treppenhaus des Hotels sei überall das Blut des Hundes, berichtete der Mitarbeiter.

Das LKA wollte sich dazu ebenso wenig äußern wie die Staatsanwaltschaft. Dass es sich bei dem Opfer um einen Somalier handele, „habe ich auch gehört, kann es aber nicht bestätigen“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Wie üblich bei einem Polizeieinsatz mit Schusswaffengebrauch hat das LKA die Ermittlungen übernommen. Im Hotel selbst war die Spurensicherung des LKA auch zur Mittagszeit noch mit der Tatortanalyse beschäftigt, der Eingang war abgeriegelt. Der Vorfall habe sich im dritten Stock ereignet, verriet ein Beamter. Die Hotelgäste dürften schon wieder ins Gebäude, allerdings nicht in die dritte Etage. Laut dem Mitarbeiter des Hotels ereignete sich der Vorfall in Zimmer 303, dort soll das Opfer ein Einzelzimmer bewohnt haben. Wegen der Lage des Hotels im Bahnhofsviertel gebe es „jede Woche Probleme“.

Zuletzt hatte die Polizei vor gut einem Jahr bei einem Einsatz einen Mann getötet. Im Stadtteil Griesheim hatte sich ein Mann über einen Nachbarn beschwert. Eine Streife des örtlichen Polizeireviers hatte sich der Sache angenommen und den mutmaßlichen Ruhestörer bei einer Auseinandersetzung erschossen. Das alarmierte SEK hatte nur noch den Tod des Mannes feststellen können. Auch in diesem Fall hatte sich die Staatsanwaltschaft sehr zugeknöpft gezeigt und die Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten und dessen Kollegin nach rund einem Jahr eingestellt. Die Hinterbliebenen des Opfers haben die Entscheidung der Staatsanwaltschaft angefochten.

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