Ein Lehrer im Unterricht (Symbolfoto).
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Ein Lehrer im Unterricht (Symbolfoto).

Kommentar

Manche Lehrer in Hessen brauchen selbst Unterricht

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Menschen ohne formale Qualifikation können durchaus unterrichten. Aber bislang ist es eher Zufall, ob das funktioniert.

An den Schulen in Hessen werden immer mehr Menschen arbeiten, die keine ausgebildeten Lehrkräfte sind. Das ist nicht unbedingt schlecht.

20 Schulkrankenschwestern sollen sich schon bald um die großen und kleinen Wehwehchen zwischen Klassenraum und Pausenhof kümmern. Gut so. Annähernd 1000 Sozialpädagogen unterstützen im Auftrag des Landes die Lehrkräfte im Unterricht. Auch gut. Und die Erkenntnis, dass Schulleitungen professionelle Hilfe beim Erledigen der oft als bürokratisch empfundenen und an Umfang zunehmenden administrativen Aufgaben benötigen, war überfällig.

Dieser Teil der Entwicklung ist gewollt und willkommen. Problematisch wird es an anderer Stelle.

Etwa acht Prozent des im Unterricht eingesetzten Personals verfügen über keine formale pädagogische Qualifikation. Das sind zum Teil Menschen, die schon viele Jahre mit Erfolg unterrichten. Ohne die der Schulbetrieb an vielen Stellen kaum noch funktionieren würde. Die dringend gebraucht werden.

Aber nicht wenige von ihnen werden eben gerade, weil die Not so groß ist, eingestellt, obwohl ihnen die Kenntnisse fehlen, wie man Kindern und Jugendlichen den Stoff angemessen vermittelt. Da auf lange Sicht kaum genug ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen werden, müssen diese Menschen qualifiziert werden. Dringend. Daran aber mangelt es, trotz des Rekordetats.

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