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Die Johannes- Gutenberg-Universitäts-Klinikum in Mainz streicht die Abteilung für seltene Erkrankungen.

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Mainzer Uniklinik: Schließung ist Horror für Betroffene

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Selbst aus dem Ausland kommen Patienten zur Mainzer Uniklinik, um seltene Erkrankungen behandeln zu lassen. Die Schließung der Abteilung ist ein Skandal. Unser Kommentar.

Seit Jahrzehnten macht die Mainzer Uniklinik bei der Behandlung seltener Erkrankungen einen Superjob. Den macht sie so gut, dass sich selbst aus dem Ausland Patienten hier Hilfe holen. Die Abteilung namens Villa Metabolica ist ein Synonym für Kompetenz und Beständigkeit. All dies droht aus finanziellen Gründen kaputtzugehen.

Es ist ein Skandal, was sich derzeit in Mainz abspielt. Ohne Vorwarnung wird langjährigen Patienten die Tür vor der Nase zugeschlagen. Ohne die Selbsthilfe einzubinden, wird das oft lebensnotwendige Versorgungsnetz zerrissen. Warum hat die Geschäftsleitung ihre Entscheidung gefällt, so gnadenlos durchgezogen? Die Antwort bleibt sie schuldig.

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Die Vorfälle zeigen auch das Problem der Unterfinanzierung der Krankenhäuser. Das System der Fallpauschalen hat sich schon lange als ungeeignet erwiesen, um Patienten mit seltenen Krankheiten zu behandeln. Die Kliniken versuchen sich mit von der Pharmaindustrie gesponserten klinischen Studien über Wasser zu halten, finanzieren damit sogar manchmal einiges an Personal. Das mag in Ausnahmen in Ordnung, darf aber nicht die Regel sein. Wenn diese Quelle versiegt, hat die Klinikleitung ein dickes Problem, das sie dann an die Patienten weiterreicht.

Die Villa Metabolica muss gerettet werden. Die Politik darf nicht weiter zuschauen. Sie muss handeln.

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