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Der Bachchor Mainz, dirigiert von seinem Künstlerischen Leiter Ralf Otto.
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Der Bachchor Mainz, dirigiert von seinem Künstlerischen Leiter Ralf Otto.

Mainz

Triumph regionaler Tradition

  • vonKarsten Essen
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Der Bachchor Mainz ist renommiert – auch wegen Aufnahmen wie dem Weihnachtsoratorium oder Brahms’ Requiem

Haben es Kunst und Kultur generell schon nicht leicht in diesen Zeiten, dann die nichtprofessionellen Ensembles umso mehr, und Chöre (Achtung, Aerosole!) trifft es natürlich besonders hart. Da bildet der Bachchor Mainz keine Ausnahme, obgleich er seit langem auf seinem Felde als eine tragende Säule in der musikalischen Landschaft des Rhein-Main-Gebiets gelten kann. Seine regelmäßigen Liveauftritte in der Christuskirche an der Mainzer Kaiserstraße fallen nun sämtlich der Pandemie zum Opfer und auch die traditionelle Christvesper am 24. Dezember musste abgesagt werden.

1955 gegründet und erst „in zweiter Hand“ nach Gründungsdirektor Diethard Hellmann verfeinern die Damen und Herren des gemischten Chors aus Mainz seit nahezu 35 Jahren unter der Leitung von Ralf Otto ein breit gefächertes musikalisches Repertoire, zumeist in historisch informierter Aufführungspraxis.

Bekannt ist der Chor in der Region sicherlich auch für seine künstlerische Unterstützung von Musikfestspielen wie etwa des Rheingau-Musik-Festivals oder der Weilburger Schlosskonzerte. Seine Arbeit mit Ensemble und Solisten blieb auch überregional und international nicht unbemerkt; eine rege Tourneetätigkeit zeugt davon. Wenn auch Aufführungen und Tonträgeraufnahmen ein bis in die musikalische Moderne und die zeitgenössische Musik hinein ausgeweitetes Repertoire dokumentieren, so verbindet man den Bachchor in Mainz traditionell doch vor allem mit den großen geistlichen Chorwerken des Barocks, denjenigen Johann Sebastian Bachs allen voran.

Vor kurzem gelang der Coup, mit der Plattenfirma Naxos, einem Global Player der Branche, einen umfangreicheren Kooperationsvertrag zu schließen, der unter anderem eben Mitschnitte der Bach’schen Passionen, der h-moll-Messe sowie des Weihnachtsoratoriums vorsieht. Das trifft sich gut, denn im Lockdown lässt sich vielleicht intensiver als sonst die feierliche Prachtentfaltung dieses Adventsklassikers heimisch hörend bestaunen und genießen, mit Jauchzen und Frohlocken.

Nun liegt eine Neuaufnahme des Bachchors und der Deutschen Radio-Philharmonie, wieder unter der Leitung von Ralf Otto, vor: „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833–1897). Dieses Werk aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (1858–1866) ist ein Unikum: Zugleich Zeuge der groß besetzten Chorgesangstradition in Deutschland und der facettenreichen romantischen Orchestrierung, ist es doch auch von anrührender Intimität und Verinnerlichung. Die nicht immer leicht zu erzielende Balance zwischen diesen Polen organisiert Ralf Otto zumeist souverän, manchmal bewusst auf Kosten des letzten Quäntchens Attacke. Aufgezeichnet wurde hier übrigens die seltene, doch durch Brahms selbst sanktionierte Fassung mit zusätzlicher Orgel und Kontrafagott. Die Ausführenden sind mit Erfolg um ein Höchstmaß an Textverständlichkeit und Transparenz auch an den Tutti-Stellen bemüht. Das hebt diese Aufnahme vorteilhaft ab von mancher Konkurrenz im Katalog.

Wer auf der Suche ist nach einer modernen, klanglich vorzüglichen Wiedergabe dieses Werks, das seine Nachschöpfung vom gewichtigen Choranteil her anlegt, zu einem fairen Preis obendrein, der sollte zugreifen – eine Empfehlung, die noch dazu regionaler Gesangstradition zugutekommt.

www.bachchormainz.de

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