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Ein Mitarbeiter eines Archaeologenteams steht auf einem 1.000 Jahre alten Steinsarkophag in der evangelischen Mainzer Johanniskirche und fotografiert.

Forscherteam

Sarkophag in Mainz wird geöffnet

Grabungen in der Johanniskirche in Mainz förderten einen weiteren Fund aus dem Mittelalter zutage.

Ein internationales Forscherteam soll einen bei archäologischen Grabungen in der evangelischen Mainzer Johanniskirche entdeckten Steinsarkophag und dessen Inhalt untersuchen. Dazu wird die Grabstätte am 4. Juni in einem aufwendigen Prozedere geöffnet, wie das evangelische Dekanat Mainz am Dienstag mitteilte. Die Wissenschaftler erhoffen sich Erkenntnisse über die Stadtgeschichte in der Zeit vor rund 1000 Jahren und über die frühere Funktion der Kirche, die als Vorgängerbau des benachbarten Doms gilt.

Bei dem Sarkophag könnte es sich um die letzte Ruhestätte des 1021 verstorbenen Mainzer Erzbischofs Erkanbald handeln. Nach Angaben des wissenschaftlichen Forschungsleiters an St. Johannis, Guido Faccani, steht aufgrund der Gestaltung des Sargdeckels fest, dass die im frühen 11. Jahrhundert dort bestattete Person eine privilegierte gesellschaftliche Stellung innehatte. Um die zwei Tonnen schwere Steinplatte anzuheben, soll eigens ein Kran in der Kirche aufgebaut werden.

St. Johannis ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands mit teilweise noch erhaltenem Mauerwerk aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.

Auslöser für die 2013 begonnenen Grabungen in der Kirche war der Austausch einer Heizungsanlage, bei dem Arbeiter einen frühmittelalterlichen Fußboden freilegten. (epd)

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