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Großbrand Rheingoldhalle

Feuer

Dach der Rheingoldhalle in Mainz in Flammen

Die Löscharbeiten an der Rheingoldhalle in Mainz dauern bis zum Nachmittag an.   

 Beißender Brandgeruch liegt über der Mainzer Innenstadt. Die Dachkonstruktion der bekanntesten Veranstaltungs- und Kongresshalle der Stadt brennt stundenlang. Fassungslos schauen Passanten am Donnerstag auf die gut 50 Jahre alte Rheingoldhalle, die hinter Rauchschwaden versinkt. In den angrenzenden Häuserzeilen der Altstadt halten sich viele Taschentücher und Schals vor Mund und Nase, andere machen Handyfotos und -videos. „Das tut weh“, sagt Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), „ein Stück Mainz brennt.“ Die Halle mit ihrer „schönen und reichen Geschichte“ sei eng mit der Stadt verbunden.

Die Rheingoldhalle nahe der Theodor-Heuss-Brücke nach Wiesbaden brennt seit dem frühen Morgen. Bei den Sanierungsarbeiten an der 1968 eröffneten Halle ist ersten Ermittlungen zufolge ein Schwelbrand entstanden, aus dem sich kurz nach sechs Uhr ein Feuer entwickelte, wie Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte. Die Halle wird seit Ende 2018 saniert und sollte im November fertig sein.

Der Mainzer Carnevals-Verein (MCV) wollte eigentlich im Januar seine Sitzungen der neuen Kampagne dort abhalten. „Wir müssen erstmal abwarten“, sagt MCV-Sprecher Michael Bonewitz. „Im Fokus steht jetzt die Rettung der Rheingoldhalle.“

Großbrand Rheingoldhalle

Von vier Drehleitern aus wird Wasser auf die Halle gespritzt, ab und zu verschwindet die typische, teils goldene Dachkonstruktion hinter dichtem Rauch. Andere Feuerwehrleute versuchen mit Spezialsägen, an den Brandherd zu gelangen. Statiker prüfen, ob Gebäudeteile einsturzgefährdet sind. Aus der Ferne rücken über die Theodor-Heuss-Brücke immer wieder Feuerwehrautos mit neuen Kräften an, um erschöpfte Kollegen abzulösen. Die angrenzende Rheinstraße wurde für die Löscharbeiten voll gesperrt. In Mainz und im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel brach deshalb ein Verkehrschaos aus. Erst sechs Stunden nach Ausbruchs des Feuers ist es unter Kontrolle.

Der Mainzer Bertram Wander muss an den Brand von Notre Dame in Paris denken. Das Feuer, das Mitte April das Dach der Kathedrale zerstört hatte, war auch während Sanierungsarbeiten entstanden. Der 62-Jährige hat vom Brand im Radio gehört und sich mit dem Rad aufgemacht zu der Halle, mit der viele Mainzer Erinnerungen und Anekdoten verbinden. Auch Ebling: „Vom Tanzschulball bis hin zu vielen Kongressen und Veranstaltungen“, zählt er auf. Wander erinnert sich an ein Rockkonzert: „Die Akustik ist aber miserabel.“ Für die Löscharbeiten der rund 150 Feuerwehrleute aus Mainz und Wiesbaden hat er Respekt: „Die Jungs stehen ganz schön im Qualm. Ich möchte nicht an ihrer Stelle stehen.“

Verletzt wurde niemand. Der Schaden des Brandes ist für die Stadt noch nicht absehbar. Die Rheingoldhalle sei eine der

wichtigsten Veranstaltungshallen im Mainz, betont Stadtsprecher Marc-André Glöckner. Was mit den nächsten geplanten Kongressen und Tagungen passiert, ist ebenso unklar wie der Fortgang der Sanierungsarbeiten. (dpa/ afp)

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