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Wohnen mit der Wahlfamilie

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Von: Andrea Rost

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Ein Ehepaar aus Kelkheim plant ein generationsübergreifendes Wohnprojekt. Jetzt sucht es nach Mitstreitern - und nach einem Grundstück.

Eine Art Wahlfamilie soll es sein, mit kurzen Wegen zu Freunden und Spielgefährten für die Kinder und mit Leuten, die sich mehr zu sagen haben als nur „Guten Tag“. „Wir wollen gemeinsam mit anderen und doch jeder in der eigenen Wohnung wohnen – als Single, als Paar oder als Familie; eine Heimat schaffen für Jung und Alt“, sagt Peter Röder.

Die Idee, ein generationenübergreifendes Wohnprojekt in Kelkheim zu starten, hatten der 38-Jährige und seine Frau Clara schon vor einiger Zeit. Beide waren sie neu in die Taunusstadt gezogen – er aus Hamburg, sie aus dem Schwäbischen. Beide wollen sie in Kelkheim bleiben. Die Söhne sind mittlerweile zwei und viereinhalb Jahre alt. Clara Röder arbeitet als Umweltberaterin in der Stadt. Ihr Mann ist in der Verwaltung des Deutschen Rollstuhlsportverbands tätig und erledigt seine Arbeit von zu Hause aus.

Eine Gruppe von sieben Erwachsenen – 30 bis 65 Jahre alt – und drei Kindern haben Peter und Clara Röder mittlerweile um sich geschart. Über Zeitungsannoncen und Mundpropaganda haben sie ihr gemeinschaftliches Wohnprojekt bekannt gemacht.

Eine der Mitstreiterinnen ist Karin Wiedenbach. Seit dem Tod ihres Mannes lebt die 56-Jährige alleine mit zwei Katzen. Zu ihren Nachbarn habe sie kaum Kontakte, erzählt sie. „Die meisten sind Singles, die den ganzen Tag über arbeiten, da gibt es wenig Berührungspunkte.“ Das Projekt der Röders habe sie auf Anhieb fasziniert. „Nicht mehr alleine sein, sich gegenseitig unterstützen – das finde ich großartig. Ich will gerne auf Kinder aufpassen, wenn sich dafür jemand um meine beiden Katzen kümmert, wenn ich in Urlaub bin.“

Wie sich dieser Wunschtraum verwirklichen lässt? Für Planung und Finanzierung hat die Gruppe bereits einen kompetenten Partner gefunden. Die Frankfurter Genossenschaft für gemeinschaftliches Wohnen und Baugruppen „Wohngeno“ hat das Kelkheimer Projekt in ihr Portfolio aufgenommen. Architekten, Stadtplaner und Wohnbund Frankfurt hatten die Genossenschaft Ende 2009 gegründet, um gemeinschaftliche Wohnprojekte in Stadt und Region zu realisieren.

Wer in ein Projekt mit einsteigen will, muss Genossenschaftsanteile im Gegenwert von 25 Prozent der Baukosten kaufen und zahlt danach für seine Wohnung Miete. Nach dem Auszug gibt es die Geschäftsanteile zurück.

Nach diesem Modell soll auch das Wohnprojektin Kelkheim laufen, für das noch ein Grundstück gesucht wird – 1500 bis 200 Quadratmeter groß und in Kelkheim, Hornau oder Münster gelegen. „Wir möchten gerne ökologisch bauen“, sagt Peter Röder. „Mit Gemeinschaftsräumen und einem Garten für alle.“ Auch an die Möglichkeit von Car-Sharing innerhalb des Wohnprojekts sei gedacht.

Wer Interesse hat, wendet sich an Peter Röder, Telefon 06195/6737644, E-Mail: wohnprojekt-kelkheim@gmx.dewww.wohngeno.de

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