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Das Medico-Palais wurde 1912 errichtet.
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Das Medico-Palais wurde 1912 errichtet.

Bad Soden

Wohnen statt Kur am Burgberg

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Noch ist kein Verkauf des Medico-Palais erfolgt. Der Magistrat will jetzt den Bebauungsplan ändern, um mehr Geld erlösen zu können.

Wenn der Bebauungsplan für den Bad Sodener Burgberg aus dem Jahr 1995 weiterhin Gültigkeit behält, können das historische Medico-Palais und das unbebaute Areal zwischen Park- und Waldstraße sowie Schillerstraße nicht zum von Gutachtern ermittelten Verkehrswert von 3,8 Millionen Euro verkauft werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Magistrat nach der Auswertung der beiden Angebote, die Investoren nach einem zweiten Gebotsverfahren vorgelegt haben.

Die Kölner Firma Caretis, die das Medico-Palais als Ärztehaus weiternutzen und auf dem nebenan liegendem Grundstück eine Pflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen errichten will, gibt demzufolge bislang überhaupt keinen Kaufpreis an. Der Sodener Unternehmer Alexander Petrovic ist bereit für das Medico-Palais mit Arztpraxen und das Grundstück, auf dem er eine Tagesklinik plant, 2,2 Millionen Euro auf den Tisch zu legen.

Nur wenn der Bebauungsplan geändert und eine teilweise Nutzung zu Wohnzwecken möglich würde, stellt Petrovic in Aussicht, werde er sein Angebot auf knapp vier Millionen Euro erhöhen.

„Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, dem Parlament eine Änderung des vor 20 Jahren aufgestellten Bebauungsplanes vorzuschlagen, die Wohnen entlang der Schillerstraße und entlang der Waldstraße möglich macht“, sagte Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) der FR. Dies geschehe auch vor dem Hintergrund, dass im Ballungsraum Rhein-Main der Bedarf an Wohnraum massiv gestiegen sei und vom Bundesbaugesetz eine Nachverdichtung gefordert werde. Im Stadtentwicklungskonzept „Bad Soden 2030“ würden ebenfalls Bebauungsmöglichkeiten auf dem Areal aufgezeigt.

Bisher sieht der Bebauungsplan Nummer 48 „die Sicherung von Entwicklungsmöglichkeiten für die Kur sowie eines Standortes für ein neues Thermalbad“ vor. Zwischen Schiller- und Waldstraße ist ein „Sondergebiet für die Wiederherstellung der Gesundheit mit Klinik und Kureinrichtungen“ festgesetzt. Das ist allerdings weitgehend überholt, denn der Kurbetrieb ist in Bad Soden längst eingestellt. Und auch der Betrieb des Thermalbades wurde aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Wohnhäuser entlang der angrenzenden Straßen wären durch den Regionalen Flächennutzungsplan gedeckt. Die denkmalgeschützten Grünflächen zwischen Parkstraße und Burgbergturm sollen im neuen Bebauungsplan Nummer 76 „Burgberg“ erhalten bleiben, ebenso wie die Wegeverbindungen und der freie Blick vom Burgbergturm in Richtung Frankfurt.

Zwei Vorteile sieht Bürgermeister Altenkamp außerdem in den neuen Plänen: Anders als bisher theoretisch zulässig, soll die Bebauung künftig deutlich aufgelockerter ausfallen. Und für das Medico-Palais, das weiterhin „für die Wiederherstellung der Gesundheit“ genutzt und erweitert werden könnte, solle es durch die Festsetzung eines Mischgebietes, die Option geben, das Spektrum zu erweitern. Neben Arztpraxen könnten die historischen Räume dann auch als Büros genutzt werden.

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