1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

„Es wird immer lauter“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Rost

Kommentare

Schwalbacher Grüne wollen Fluglärm über längere Zeit messen / Kritik an Informationspolitik der Flugsicherung

In letzter Zeit seien in Schwalbach mehr laute Flugzeuge wahrzunehmen, als das noch im Juli der Fall gewesen sei, sagt Thomas Nordmeyer. Der grüne Stadtverordnete beobachtet regelmäßig die Flugbewegungen über das Internet-System Stanley Track und hat festgestellt: „Das Muster der nördlichen Gegenanflugroute hat sich geändert. Die Flughöhen im östlichen Main-Taunus-Kreis sind jetzt geringer.“ Überflüge über Sulzbach erfolgten systematisch auf 2400 Metern, in Eschborn seien die Flieger dann oft nur noch 1500 Meter hoch. Außerdem wird nach Beobachtung Nordmeyers auf mehreren Ebenen geflogen, Flieger, die kurz hintereinander auf der Gegenanfluglinie seien, würden parallel mit einigen 100 Metern Höhenunterschied sinken.

Dass die Schwalbacher Kommunalpolitiker über diese Änderungen nichts wussten, ist für Nordmeyer ein Beweis „unvollständiger und fehlerhafter Informationspolitik der Deutschen Flugsicherung“. In Anbetracht der Tatsache, dass sich nach der Eröffnung der neuen Nordwest-Landebahn die Kapazität des Flughafens nahezu verdoppeln werde, sei der Ausblick für Schwalbach „erschreckend“.

„Wir bleiben bei unserer Forderung nach einem absoluten Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr, wollen aber auch erreichen, dass die Höhen der nördlichen Gegenanflugrouten angehoben und die Route wieder nach Süden verschoben werden“, sagt Nordmeyer.

Dass die von der Stadt finanzierte Messstelle, in der aktuell der Fluglärm im Süden Schwalbachs aufgezeichnet wird, demnächst wieder abgebaut werden soll, findet Nordmeyer falsch. Sie solle länger stehen bleiben, verlangt der Grünen-Politiker.

Für Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) ist in der Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen. Zwar seien sich die Fraktionen im Bauausschuss einig gewesen, aus Kostengründen erst nach dem Bau der Nordwestbahn wieder den Fluglärm zu messen. „Wenn sich beim Bürgermeistertreffen mit dem Juristen nächste Woche herausstellen sollte, dass das kontraproduktiv ist, bleibt die Messstation stehen“, sagte Augsburger der FR.

Auch interessant

Kommentare