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"Wir hätten die Vereine fusionieren müssen"

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Der scheidende HSG-Geschäftsführer Jörg Ströhmann spricht im Interview mit der FR über fehlende Sponsoren und das Kirchturmsdenken in Münster und Wallau.

Herr Ströhmann, Ihr Projekt HSG Frankfurt/Rhein-Main ist schon nach zwei Jahren gescheitert. Warum?

Hauptproblem war, dass wir in Frankfurt nicht angenommen worden sind. Die Sponsoren haben nicht angebissen, die Presse auch nur sehr begrenzt. Und Zuschauer aus Frankfurt sind auch kaum zu uns gekommen.

Welche Fehler haben Sie selbst gemacht?

Ob Name und Logo geschickt gewählt waren – darüber kann man sicher diskutieren. Und am Anfang hatten wir sicher zu viele Spieler, aber wir mussten da wegen der beiden Trägervereine Zugeständnisse machen. Fairerweise sollten Sie aber auch berücksichtigen, dass ich und mein Geschäftsführerkollege Peter Schreiber ehrenamtlich gearbeitet haben.

Sie haben die beiden Vereine SG Wallau und TSG Münster angesprochen. Auch da hat es erheblich geknirscht.

Die Verantwortlichen der Handballabteilungen haben sich gut verstanden. Doch es stimmt: In den Vereinen und im Umfeld wollten leider viele nichts mit den anderen zu tun haben. Das war teilweise wie im Dschungel.

Also war das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

Nein, das sehe ich nicht so. Wahrscheinlich hätten wir die Vereine komplett fusionieren müssen. So hatte jeder noch seine Jugendabteilung und Satelliten-Mannschaften. Entweder richtig oder gar nicht – das ist für mich die entscheidende Lehre.

Ist mit dem Aus für die HSG das Thema Spitzenhandball in der Region endgültig erledigt?

Ich glaube immer noch daran, dass da was gehen könnte. Wir haben viel Potenzial. In Münster, Wallau und auch Wiesbaden gibt es eine super Jugendarbeit. Man müsste langfristig etwas aufbauen. Allerdings fehlt in der Region auch eine schöne Halle. Vielleicht klappt es ja mit der geplanten Großsporthalle in Frankfurt.

Werden Sie dabei selbst weiter mitmischen?

Ich werde jetzt erst einmal kürzer treten, weil ich mehr Zeit in unsere Firma investieren muss. Mein Vater Bodo hatte mir da bisher den Rücken freigehalten. Aber ich verfolge, wie es weitergeht. Ich werde mir natürlich weiterhin Spiele der SG und auch von Münster ansehen.

Das Interview führte: Torsten Weigelt

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