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Das Wild wegstinken

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Im Kreisgebiet herrschen für Wildschweine geradezu paradiesische Zustände. Doch das gefährdet zunehmend die Sicherheit auf den Straßen.

Im Kreisgebiet herrschen für Wildschweine geradezu paradiesische Zustände. Ihr Lieblingsfressen - Kastanien, Eicheln oder Buckeckern - finden sie in rauen Mengen. Dafür haben die Tiere fast keine Feinde. Fast. Denn immer wieder kommt es auf den Straßen zu Zusammenstößen zwischen dem Borstenvieh und Autofahrern.

Die Folgen sind meist für Tier und Mensch gleichermaßen fatal. Und die Zahl der Wildunfälle auf den Straßen im Kreis nimmt seit einigen Jahren stark zu. Vor allem rund um Kelkheim und Eppstein kommt es nach Angaben der Polizei häufig zu derartigen Zusammenstößen. Nicht nur mit Wildschweinen - auch Rehe treiben sich hier oft zum falschen Zeitpunkt auf den Straßen herum.

Um dem entgegenzuwirken, haben Polizei und Kommunen gemeinsam ein Konzept erarbeitet. Die ersten Schritte, um das Wild von den Straßen fernzuhalten, wurden im Sommer umgesetzt. An den Straßen zwischen Fischbach, Ruppertshain und Königstein sowie an der B 455 im Bereich Rettershof lenken Reflektoren jetzt blaue Lichtstrahlen in den Nachtwald, wenn Autos vorbeifahren. Die blaue Farbe kommt in der Natur kaum vor und soll die Tiere von den Straßen fernhalten.

Außerdem werden an den Bäumen entlang der besonders vom Wildwechsel betroffenen Straßen derzeit Duftbarrieren angebracht. Der Gestank von Wolf, Luchs oder auch vom Mensch soll die Tiere abschrecken. Die Geruchsstoffe werden in regelmäßigen Abständen durch "Nachimpfen" aufgefrischt.

Zusätzlich werden an drei besonders gefährdeten Streckenabschnitten große Plakate aufgestellt, die die Autofahrer auf das plötzliche Auftreten von Wild aufmerksam machen sollen. Anders als bei den üblichen Schildern wird hier auf die genaue Zahl der Wildunfälle auf diesen Straßen hingewiesen. Das Maßnahmenpaket hat nach Polizeiangaben rund 15000 Euro gekostet. (gf)

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