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Wiesenbad in der Warteschleife

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Von: Torsten Weigelt

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Eschborn Schwarz-Grün verschiebt den Ausbau / 200 Bürger demonstrieren

Mit Ratschen und Transparenten sind 200 Mitglieder und Unterstützer des Schwimmclubs Westerbach (SCW) am Donnerstagabend zum Eschborner Rathaus gezogen. Ziel der Demo: die Stadtverordnetenversammlung. Ihre Forderung: „Großes Wiesenbad jetzt!“

Doch die Enttäuschung war groß nach der Abstimmung im Parlament. Die schwarz-grüne Mehrheit hatte die Forderung der FDP abgeschmettert, unverzüglich den Ausbau des Eschborner Schwimmbads mit 50-Meter-Becken und größerer Liegewiese in Angriff zu nehmen.

„Ich fühle mich betrogen“, sagte der verärgerte SCW-Vorsitzende Stephan Pohl. Vor der Wahl seien alle Parteien für den Ausbau gewesen, und sogar im Koalitionsvertrag stehe das Vorhaben drin. „Doch mein Eindruck ist: In dieser Wahlperiode wird nicht mehr gebaut.“

Besonders sauer waren die Schwimmclub-Vertreter über Dietmar Jerger (Die Bürgerlichen) und CDU-Mann Frank Haas. Beide warfen den Demonstranten „Nötigung“ vor, weil einige von ihnen während der Aussprache ihren Unmut („Wahlbetrüger“, „Frechheit“) kundtaten. Und Haas erinnerte zudem noch daran, dass die SCW-Mitglieder im Gegensatz zu ihm und den anderen Eschborner Bürgern „keinen Pfennig Eintritt“ für das Bad zahlten.

„Wir leisten viel ehrenamtliche Arbeit, gerade für Kinder und Jugendliche“, hielt Pohl dagegen. Was gerade durch die Enge im Wiesenbad erheblich erschwert sei. „Die anderen Schwimmgäste lassen dann ihren Ärger an unseren Kindern aus.“

Obwohl CDU und Grüne nach eigenem Bekunden sogar grundsätzlich für den Ausbau sind, wird der nun noch eine Weile auf sich warten lassen. „Das ist ein erstrebenswertes Projekt“, sagte CDU-Fraktionschef Christian Gerhardt. Doch andere Dinge wie die Seniorenwohnanlage oder die Notfallzentrale hätten eben Vorrang. Sein Fraktionskollege Haas wurde noch etwas deutlicher: „Wir können und wollen das jetzt nicht anpacken.“

Aus Sicht von Bernhard Veeck (SPD) ist es vor allem der geplante Rathausneubau, der die Energie der Koalition bindet. Dabei gebe es „längst eine Machbarkeitsstudie“ für den Ausbau des Schwimmbads. FDP-Fraktionschef Fritz Krüger mahnte, dass Eschborn einen Fördertopf des Landes anzapfen könnte, wenn die Stadt sich beeile. Und falls die Bauverwaltung durch die vielen Projekten überlastet sei: „Warum vergeben Sie den Auftrag nicht an ein externes Ingenieurbüro?“

Grünen-Fraktionschef Thomas Ebert stellte den Wiesenbad-Ausbau in Zusammenhang mit dem verlorenen Geld für den 1. FC Eschborn: „Auch da haben einige den gesunden Menschenverstand ausgeschaltet.“ Zudem hätten die Grünen nie mit dem Bad Wahlkampf gemacht. Einen kleinen Hoffnungsschimmer wollte er den SCW-Vertretern dann aber doch lassen: „Wir werden das Schwimmbad noch in dieser Legislatur bauen, wenn auch nicht als erstes.“ Siehe Kommentar

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