Bad Soden

Weniger Wohnungen am Burgberg

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Bad Soden Nach Bürgerprotesten will Parlament Entwurf zum Bebauungsplan am Medico-Palais ändern

Es ist ein heikles Areal am Rande der Altstadt, über dessen Bebauung die Bad Sodener Stadtverordneten bald erneut abstimmen sollen: der Burgberg, der oberhalb des denkmalgeschützten Alten Kurparks liegt.

Das zentrale Gebäude ist der mehr als 100 Jahre alte Burgbergturm mit Aussichtsplattform. An der Parkstraße steht das historische Medico-Palais, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht und für das nach dem Auszug sämtlicher Arztpraxen neue Nutzungsmöglichkeiten gesucht werden. Das Gebäude muss dringend saniert werden, doch ein Investor hat sich bislang nicht gefunden.

Ein erster Bebauungsplanentwurf für den Burgberg war 2018 verabschiedet worden. Er sah Ein- und Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Wohneinheiten entlang von Schiller- und Parkstraße vor. Hunderte Bürger liefen gegen diese Pläne Sturm, eine Initiative sammelte Unterschriften und erreichte zusammen mit dem Denkmalschutz eine Reduzierung der Bebauung.

Zwar sind im geänderten Planentwurf weiterhin fünf freistehende Ein- beziehungsweise Zweifamilienhäuser entlang der Schillerstraße vorgesehen, die Grundflächen der Gebäude wurden jedoch von maximal 180 auf 130 Quadratmeter verkleinert. Außerdem sind die Abstände der Gebäude zum Burgbergturm größer geworden. Und es darf nur noch so hoch gebaut werden, dass die Blickachsen zum Aussichtsturm frei bleiben.

Deutlich kleiner werden sollen nach dem geänderten Bebauungsplanentwurf auch die Häuser entlang der Waldstraße. Sie rücken zudem vom Medico-Palais ab und geben so den Blick auf das historische Gebäude frei. Insgesamt sollen statt 40 Wohneinheiten nur noch 25 bis 30 Wohnungen gebaut werden.

Die Denkmalschützer haben angeregt, das Medico-Palais, das vor mehr als 100 Jahren als erstes Inhalatorium Europas am Fuß des Burgbergs errichtet wurde, weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im überarbeiteten Bebauungsplanentwurf für den Burgberg ist deshalb auch die Möglichkeit vorgesehen, dass die repräsentativen Räume künftig von der Bad Sodener Stadtverwaltung genutzt werden können. Sollte das Jugendstilgebäude, für das sich trotz zweier Bieterverfahren bislang kein Käufer gefunden hat, in städtischem Besitz bleiben, sei so mehr Flexibilität gegeben, heißt es in den Planunterlagen.

Der aktuell gültige Bebauungsplan für den Burgberg stammt aus dem Jahr 1995 und weist das gesamte Areal als „Sondergebiet Kur“ mit einer relativ massiven Bebauung für Klinik und Kureinrichtungen aus. Der Kurbetrieb in Bad Soden ist allerdings längst eingestellt, und auch das Thermalbad hat zugemacht. Vor einem halben Jahr hat das Parlament deshalb einen neuen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der Wohnbebauung auf dem Burgberg zulässt sowie einen kleinen Anbau an das Medico-Palais.

Ehe der geänderte Bebauungsplanentwurf vom Parlament verabschiedet wird, soll er den Bürgern in einer Informationsveranstaltung nochmals vorgestellt werden. Mitte 2019, so hofft Bürgermeister Frank Blasch (CDU), könnte der Plan als Satzung beschlossen werden. Danach könnte ein neues Verkaufsverfahren für das Medico-Palais beginnen.

Auch die Verwaltung könnte das Palais nutzen

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