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Weiter Ärger um U3-Zuschuss

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Von: Torsten Weigelt

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Der Ärger um den U3-Zuschuss hält an. Elternvertreter kritisieren die Politik. Ein Vater beklagt die Differenzen zwischen den einzelnen Betreuungseinrichtungen.

Die Zuschüsse für die Kelkheimer Krippenplätze sorgen weiter für Diskussionen. Nun zeigen sich erstmals auch Differenzen zwischen den Eltern in verschiedenen U3-Betreuungs-Einrichtungen. So moniert ein Vater, dessen Kind die Krippe „Kinderträume“ besucht, in einem Schreiben an die FR, dass die Medienberichterstattung zu stark von der Situation einer einzelnen Krippe, den „Kleinen Strolchen“, dominiert werde. Dabei bekomme diese Einrichtung bereits „einen erheblich höheren Zuschuss als der Durchschnitt“ – was vor allem an der neuen Regelung liege, nach der die Stadt einen prozentualen Anteil der Betriebskosten übernimmt. Das sei ein „falscher Anreiz“, findet der Vater.

Dem widerspricht Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW). Zum einen sei es das zentrale Ziel der Politik gewesen, den besonders belasteten Eltern zu helfen. Und da sei die prozentuale Regelung zurzeit die „einzig gerechte Lösung“. Zum anderen gelte sie ausdrücklich nur für 2016. Bis zum kommenden Jahr will die Stadt mit den Trägern einheitliche Verträge aushandeln. Dann habe man auch eine neue Basis für die Berechnung der Zuschüsse. Helfen soll dabei eine Studie des Landesrechnungshofes, der zurzeit die Kostenstrukturen der Kelkheimer Krippen untersucht.

Die Elternvertreter der „Kleinen Strolche“ hatten kritisiert, dass in ihrer Krippe die Elternbeiträge 2016 wieder angestiegen sind, obwohl alle drei Kandidaten im Bürgermeister-Wahlkampf noch eine Absenkung versprochen hatten. Dem hat sich nun der Elternbeirat der Kita Regenbogen angeschlossen, die zur evangelischen Stephanusgemeinde gehört. In einem offenen Brief äußern die Eltern ihre „große Enttäuschung“ über den Mehrheitsbeschluss von CDU und FDP in der jüngsten Parlamentssitzung, nur 50 Prozent der Betriebskosten zu übernehmen und nicht 60 Prozent, wie von Bürgermeister Kündiger und UKW sowie SPD gefordert. Darüber hinaus üben die Eltern Kritik an einem der Vorschlag der FDP, die nicht ausgezahlten Zuschüsse aus dem vergangenen Jahr zu verwenden, um damit 2016 die Beiträge zu senken. Dabei geht es um gut 100 000 Euro. Das bereits zugesagte Geld als neue Entlastung deklarieren zu wollen, „grenzt an Verhöhnung der Wählerschaft“, finden die Eltern. Das werde auch nicht passieren, betont Rathauschef Kündiger.

Auch die CDU lehnt den FDP-Vorschlag ab. Der CDU-Stadtverordnete Thomas Kirst betont in einem Schreiben an die Eltern darüber hinaus, dass keiner der Kandidaten im Bürgermeister-Wahlkampf eine Erhöhung der städtischen Zuschüsse auf 60 Prozent versprochen habe. Mit dem aktuellen Beschluss stelle man insgesamt den gleichen Betrag von 300 000 Euro bereit wie im Vorjahr, so Kirst.

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