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Wachsame Helfer von nebenan

Polizeidirektor Moog wirbt für Prävention

Herr Moog, wie häufig alarmieren Bürger die Polizei, weil sie sich Sorgen um ihre Nachbarn machen?

Jürgen Moog: Im Schnitt bekommen wir in Hofheim und in Eschborn täglich einen Anruf. Oft stellt sich die Sorge als unbegründet heraus. Selten ist der Fall so extrem, dass wir ein Leben retten müssen.

War also der Fall der alten Dame, die 39 Stunden lang hilflos im Keller lag, ein Einzelfall?

Ja, weil die Nachbarn übers Wochenende weggefahren waren. Sonst hätten sie früher Angehörige verständigen können. In guten Nachbarschaften läuft das so. Die Probleme klären sich ohne Polizei und Rettungsdienste auf. Auch wir fragen erst einmal nach Verwandten, um nicht gleich die Tür aufbrechen zu müssen.

Immer wieder werden alte Menschen erst nach Wochen tot in ihrer Wohnung gefunden. Ein reines Großstadtphänomen?

Es passiert dort eher. Unsere Kommissare werden vielleicht ein oder zweimal im Jahr zu solchen Fällen gerufen. In meiner Zeit im Frankfurter Streifendienst fand ich mit Kollegen mehrere verweste und sogar eine mumifizierte Leiche in Wohnungen. Einmal lag ein Toter ein Dreivierteljahr lang dort.

Verglichen damit, ist die Welt im Kreis noch in Ordnung?

Auf dem Land wird mehr nach dem Nachbarn geschaut. Man kümmert sich umeinander. Man sieht: Der Briefkasten ist voll, das Rollo geht nicht hoch. Das liegt auch an der Bebauung. Die klassische Hochhaussiedlung ist im Main-Taunus-Kreis sehr selten.

Was raten Sie älteren, behinderten Menschen, die weniger Kontakte nach nebenan haben?

Solche Leute bekommen regelmäßig Besuch - von Pflegekräften etwa. Wir empfehlen, ein Seniorenhandy mit großen Tasten anzuschaffen, wo die wichtigsten Nummern leicht einzuprogrammieren sind - auch die der Polizei. Es gibt weitere Notrufsysteme, die man am Körper trägt.

Welchen Beitrag kann der Verein "Bürger und Polizei - für mehr Sicherheit" leisten?

Wenn wir Menschen loben, die zur Rettung von Menschen beitragen, so ist das gute Öffentlichkeitsarbeit. Die beste Prävention ist immer eine gute Nachbarschaft. Wir appellieren, sie zu pflegen. Wenn Leute vereinsamen, kann das zu Riesenproblemen führen.

Interview: Annette Friauf

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