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Viele Ideen für die Alte Mühle

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Von: Kerstin Prosch

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Eschborn Stephan Matschke hat aus Begeisterung für das Ensemble ein Konzept entworfen

Stephan Matschke passt in keine Schublade. „Bei der Stadt meinten sie, sowas wie mich hätten sie noch nicht erlebt.“ So ganz vermag er das nicht zu begreifen. Der 34-Jährige hält sich nicht für etwas Besonderes. Matschke kann es schlicht nicht leiden, wenn Bürger sich nur engagieren, wenn es gegen etwas zu protestieren gilt. Er hält es für wichtig, dass die Menschen einer Stadt auch mal für etwas sind. Bürger können eigene Ideen entwickeln, sich einbringen. Genau das hat er bei der Alten Mühle gemacht.

Das historische Ensemble ist für ihn nicht irgendein Objekt. Seit seiner Geburt lebt er in der Nähe. Als Kind spielte er am Bach. In der Herbstzeit pflückte er auf dem Anwesen oft Äpfel. „Die Alte Mühle liegt mir am Herzen“, betont er. Vor sieben Jahren erwarb die Stadt das Objekt. Seitdem wird überlegt, wie Gebäude und Grundstück genutzt werden können. Matschke beteiligte sich an den Gedankenspielen – unaufgefordert. Im vergangenen Jahr gab er im Rathaus eine Konzeption ab. Das kleine gebundene Heftchen lässt nichts an Professionalität vermissen.

Als die Stadt die Anwohner aufrief, sich in einer Arbeitsgruppe zur Zukunft der Alten Mühle zu äußern, war der 34-Jährige natürlich dabei und präsentierte seine Vorstellungen.

Tagungsräume und Museum

Als die Stadt danach alle Eschborner zum Bürgerdialog über das historische Ensemble einlud, stellte Matschke seine Konzeption auf die Diskussionsplattform im Internet, nun jedoch in leicht abgewandelter Form. Die Gespräche mit der Stadt und anderen Anwohnern hatten ihm deutlich gemacht, dass sich nicht alle seine Ideen realisieren ließen. Nicht erwünscht sei beispielsweise ein Standesamt.

Der 34-Jährige stellt sich in der Alten Mühle nun Tagungs- und Empfangsräume und ein kleines Mühlenmuseum vor. Aus dem ehemaligen Orchideenhaus soll eine Jause mit Biergarten werden – eine gemütliche Einkehr für Jung und Alt. „So etwas fehlt uns noch in Eschborn“, findet er. Im Außenbereich stellt sich Matschke einen Sinnengarten, einen Natur- und Kräutergarten, einen Spielplatz mit Spielwiese und eine Kleinkunstbühne vor. Der Außenbereich könnte auch Ausgangspunkt für Nachtwächter- oder Glühweinwanderungen sein.

Kein Problem stellt seiner Ansicht nach bei einer solchen Nutzung die Parkplatzsituation dar. Wer nicht über den Freizeitpark Oberwiesen zu Fuß oder mit dem Fahrrad komme, könne den Parkplatz der Heinrich-von-Kleist-Schule im Dörnweg nutzen. Ein zweiter Eingang zur Brüder-Grimm-Straße gewährleiste, dass die Alte Mühle über den Weg Am Christophsgarten in wenigen Gehminuten erreicht werden könne, erläutert er. Im Internet hat sein Konzept bereits viel Zustimmung gefunden. Natürlich hofft er, dass es auch umgesetzt wird. Wenn nicht, könne er zumindest behaupten, alles versucht zu haben. Auf alle Fälle bleibt ihm eine wohlschmeckende Erinnerung an die vergangenen Monate: der Mühlengeist. Die alkoholische Spezialität hat er auf eigene Kosten bei einer Brennerei im bayrischen Wald herstellen lassen. Das Etikett hat er im Design des Deckblatts seiner Konzeption entworfen.

Während einer Bürgerdialog-Veranstaltung zur Zukunft der alten Mühle hat er den Mühlengeist vor kurzem erstmals öffentlich ausgeschenkt. Er hat den Gästen geschmeckt. Viele wollten sogar wissen, wo der hochprozentige Genuss zu kaufen ist. „Eigentlich müsste ich jetzt einen Online-Shop eröffnen“, sagt er. Doch dafür müsste er ein Gewerbe anmelden. Zu viel Aufwand. So hofft er, dass der Tropfen eines Tages in der Alten Mühle ausgeschenkt werden kann.

Der Bürgerdialog zur Alten Mühle läuft noch bis zum 31. Oktober. Weitere Informationen unter www.eschborn.de

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