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Das Krankenhaus in Bad Soden.
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Das Krankenhaus in Bad Soden.

Main-Taunus-Kliniken

Viele Fragen zur Klinikfusion

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Werden die Main-Taunus-Klinken mit dem Klinikum in Frankfurt-Höchst fusionieren? Ausschüsse des Kreistags des Main-Taunus-Kreises geben noch keine Empfehlung an die Kreistagsabgeordneten. Ohne könne die Parlamentarier aber nicht darüber anstimmen.

Werden die Main-Taunus-Klinken mit dem Klinikum in Frankfurt-Höchst fusionieren? Ausschüsse des Kreistags des Main-Taunus-Kreises geben noch keine Empfehlung an die Kreistagsabgeordneten. Ohne könne die Parlamentarier aber nicht darüber anstimmen.

Die Entscheidung, ob der Kreisausschuss beauftragt wird, die Fusion der Main-Taunus-Kliniken mit dem Klinikum in Frankfurt Höchst voranzutreiben, ist erst einmal vertagt. Die Mitglieder des Haupt- und Finanz- und des Beteiligungsausschusses konnten sich am Montag zu keinem Votum durchringen. Ganz ohne Empfehlung müssen die Kreistagsabgeordneten am Donnerstag kommender Woche aber nicht abstimmen. Kurz vor der Parlamentssondersitzung werden die beiden Ausschüsse erneut zusammenkommen und sich dann positionieren.

Die CDU-Fraktion hätte gerne schon am Montag grünes Licht für die weiteren Verhandlungen gegeben. Als „alternativlos“ bezeichnete der Eppsteiner Christdemokrat Elmar Ahlhäuser den Zusammenschluss der beiden Klinikkonzerne. Der Weg in Richtung Fusion mit dem Krankenhaus in Höchst sei zwar mit Risiken und Stolpersteinen behaftet, „es ist aber unsere letzte Chance“, erklärte auch Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU).

Für 2014 sei erneut ein Defizit von einer Million Euro im operativen Geschäft der Kreiskliniken prognostiziert. Auf Dauer könnten die Kommunen dies über die Kreisumlage nicht ausgleichen.

Die Vorteile einer Fusion hatten zuvor der Geschäftsführer der Kreiskliniken Tobias Kaltenbach und Philipp von Hammerstein von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG skizziert. Demnach könnten durch den Zusammenschluss alle drei Klinikstandorte (Bad Soden, Hofheim und Höchst) gestärkt werden und ihr Profil schärfen. Nirgendwo sollten Abteilungen komplett geschlossen werden. Dadurch dass aus ehemaligen Konkurrenten Partner werden, rechnen Kaltenbach und Hammerstein mit deutlich mehr Patienten. Beide Klinken hätten sie bitter nötig, denn da wie dort werden fortlaufend rote Zahlen geschrieben – in Höchst seit Jahren im operativen Geschäft, in den Main-Taunus-Kliniken vor allem bedingt durch millionenschwere Investitionen.

Zweifel an den „optimistischen Hochrechnungen“ äußerte Grünen-Vertreter Wolfgang Sietzy. Mit bis zu 200 Millionen Euro würden die Kliniken den Kreishaushalt weiterhin belasten, hat er ausgerechnet. Viele Stolpersteine gelte es auf dem Weg zur Fusion zu beseitigen. So müssten die Grundstücke aus dem Klinikkonzern herausgelöst werden, ebenso die Süwag-Aktien. „Da habe ich erhebliche Zweifel, ob das alles so funktioniert.“

Zweifel äußerte auch die SPD. Es solle geprüft werden, ob eine Verbesserung der wirtschaftlichen und organisatorischen Situation nicht auch durch eine Kooperation in Teilbereichen erreicht werden könne, forderten die Sozialdemokraten. „Fusionen sind nicht immer erfolgreich“, mahnte Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang. Seiner Fraktion gehe es darum, die wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in der öffentlichen Hand zu behalten, sagte SPD-Fraktionschef Karl Thumser.

Kliniken zahlen wieder Tarif

Laut Landrat Michael Cyriax (CDU) ist das Ziel, dass die Krankenhäuser nach dem Zusammenschluss Anfang 2015 unter einer gemeinsamen Dachgesellschaft agieren und ab 2017 keine Verluste mehr machen. KPMG nennt in seinem Konzept Einspapotenziale in den Bereichen Labor, Küche, Radiologie, beim technischen Dienst, bei der Instandhaltung und der Patientenverwaltung, die künftig gemeinsam abgewickelt werden sollen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Cyriax erneut aus, man werde aber „Strukturen verändern“ müssen, sagte der Landrat.

Bereits Ende 2013 hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass die Mitarbeiter der Main-Taunus-Kliniken künftig wieder entsprechend dem Tarif bezahlt werden sollen. Details dazu wollte Tobias Kaltenbach gestern auf Anfrage der FR nicht nennen. Der Unterschied zum Klinikum Höchst werde damit aber deutlich verringert, sagte er. Bei einer Fusion wäre die unterschiedliche Bezahlung von Mitarbeitern, die gleiche Arbeit leisten, eine hohe Hürde gewesen.

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