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Blick auf die Börse: Konrad Klosek auf seinem Balkon im 7. Stock in derBremerstraße 3.
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Blick auf die Börse: Konrad Klosek auf seinem Balkon im 7. Stock in derBremerstraße 3.

Neue Börse in Eschborn

Viel Lärm um den Lärm

Der Neubau der Börse in Eschborn wächst immer höher in den Himmel - und bringt die Anwohner um den Schlaf. Die fordern jetzt Lärmschutz von der Stadt. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Der Ausblick auf den Börsenneubau, die Skyline von Frankfurt und den Taunus ist grandios. Doch wenn man im neunten Stock auf dem Balkon von Konrad Klosek an der Bremerstraße drei steht, versteht man sein eigenes Wort nicht. "Telefonieren oder Fernsehen geht bei offenem Fenster gar nicht", sagt der 48-Jährige. Er ist hier seit 13 Jahren Hausmeister und will deshalb nicht wegziehen.

Auf der direkt am Hochhaus vorbeiführenden Landesstraße 3005 (Sossenheimer Straße) brausen die Autos im Sekundentakt vorbei. "Nur bei Stau ist es leise", sagt Brigitte Grimmert resigniert, "denn der meiste Lärm entsteht durch die Abrollgeräusche, nicht durch die Motoren". Die Rentnerin lebt seit 1977 im vierten Stock in der Bremer Straße. "Damals war es viel ruhiger. Doch mit der Erweiterung der Ladenschlusszeiten haben wir hier bis abends 22 Uhr den Krach." Wegziehen will sie nicht, denn ihre schmale Rente reicht gerade für diese Wohnung. Vor zehn Jahren forderte sie bereits Lärmschutz. Doch das sei zu teuer, sagte man ihr damals im Rathaus.

Seitdem die Deutsche Börse einen 22-Stockwerk hohen Klotz gegenüber hochzieht, geht der Lärm sogar rund um die Uhr weiter. An ein Schlafen bei offenem Fenster ist nicht zu denken. "Es ist schlimmer geworden", sagt Mohammed Shoaib aus der Hamburger Straße. Vor allem sein neunjähriger Sohn könne nachts nicht schlafen.

Viele Bewohner des Hanseatenviertels leiden unter zunehmender Lärmbelästigung. Durch die wachsende Zahl der Gebäude werde der Schall reflektiert, sagt Elvira Schlonsok. Auch habe man jetzt weniger Sonne im Zimmer. Sie hat die 115-Quadratmeter-Wohnung 2005 günstig gekauft und sich das anders vorgestellt.

Gegen das Börsengebäude können sich die Bewohner nicht wehren, aber sie fordern Lärmschutzmaßnahmen. Flüsterasphalt oder eine Einhausung - sprich Übertunnelung der L 3005. Die Linkspartei hat unlängst einen Prüfantrag für mögliche Maßnahmen gestellt.

Prüfantrag abgelehnt

Doch der wurde mit großer Mehrheit im Bau- und Umweltausschuss abgelehnt. Das " Thema ist bereits beim Magistrat in Arbeit", sagte Heinz Göbbels (CDU) vom Bau- und Umweltausschuss. Hintergrund ist die geplante Verbindung zwischen den Gewerbegebieten Süd und Ost. "Im Zuge dieser Planung werden wir uns akribisch mit dem Lärmschutz auseinandersetzten", sagt Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU). Für den Lärm, der durch die Süd-Ost-Verbindung entstehe, werden man einstehen. Jedoch müssten erst alle Maßnahme vollendet sein. Denn durch die neue Straße werde sich der Verkehr auf der L 3005 deutlich reduzieren.

Und wie es dann mit der Rückstrahlung des Schalls vom Börsenbau aussehe, müsse man abwarten. Letztlich sei dies jedoch Landessache. Dennoch verspricht Speckhardt in Bezug auf die Süd-Ost-Verbindung: "Es soll hinterher nicht lauter sein als vorher".

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