Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Einkaufen in Eddersheim

Mit der Wut der Verzweiflung

Der tägliche Einkauf ist ein Thema, das in Eddersheim die Gemüter erhitzt. Die Bürger in dem Hattersheimer Stadtteil wollen endlich wieder einen großen Einkaufsladen. Von Gesa Fritz

Von Gesa Fritz

Es war ein Abend der Emotionen. Der tägliche Einkauf ist ein Thema, das in Eddersheim die Gemüter erhitzt. Entsprechend groß war der Andrang bei der Bürgerversammlung am Mittwoch zur Einzelhandelsversorgung in Eddersheim.

In dem Hattersheimer Stadtteil existiert seit etwa fünf Jahren kein größerer Lebensmittelmarkt mehr. Vor Ort gibt es für die rund 5000 Einwohner zwar noch zwei kleine Geschäfte. Der "Reuter", so die einhellige Meinung der Anwesenden, habe ein völlig unzureichendes Angebot und der kioskgroße "Kleine Laden" liege weit über den marktüblichen Preisen. Grundsätzlich haben beide Geschäfte nach Einschätzung des Hessischen Einzelhändlerverbandes zu kleine Verkaufsflächen, um das Sortiment des täglichen Bedarfs anzubieten.

Vor allem die Älteren und Menschen ohne Auto sind von der Problematik betroffen. Für sie stellt der Weg in die großen Supermärkte im nahe gelegenen Weilbach und Okriftel eine große Hürde dar. Vor allem, da nur selten Busse verkehren.

Entsprechend war das Publikum im Begegnungszentrum überwiegend älter. Für die annähernd 200 Menschen reichten die Stühle bei weitem nicht. Die Bürger saßen auf Tischen, auf dem Boden oder mussten mit Stehplätzen vorliebnehmen.

"Alles Gangster, alles Mafia!"

Bürgermeister Hans Franssen (SPD) schlug immer wieder der Unmut und die Verzweiflung der Anwesenden entgegen. Der Magistrat hat den Auftrag zu prüfen, wie und wo ein Laden angesiedelt werden kann. Franssen versuchte den Anwesenden zu vermitteln, dass die Stadt bei der Ausschreibung von Gewerbeflächen an rechtliche Rahmenbedingungen gebunden ist und außerdem Händler nicht zwingen kann, sich in Eddersheim anzusiedeln.

Heiner Dippel vom Hessischen Einzelhändlerverband, den die Stadt damit beauftragt hatte, die Situation vor Ort zu sondieren, erging es nicht besser als dem Bürgermeister. "Alles Gangster, alles Verbrecher, alles Mafia", wurde er von einem Zwischenrufer unterbrochen, als er schilderte, dass Einzelhändler auf Grundlage wirtschaftlicher Überlegungen und nicht nach sozialen Aspekten handeln.

Nach Dippels Einschätzung wird sich in Eddersheim kein größer Einzelhändler ansiedeln. Eine Chance sieht er für einen kleinen Frischemarkt in einem Zentrum, etwa mit Café und medizinischen Angeboten. Ein möglicher Standort für das Zentrum könnte das alte Schulhaus sein. Auch die Möglichkeit, in Eddersheim einen kleinen Wochenmarkt anzusiedeln, wurde in den Raum gestellt. Konkrete Ideen soll nun ein Arbeitskreis aus Bürgermeister, Einzelhändlerverband und Bürgern zusammentragen und ausloten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare