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Vergiftete Atmosphäre

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Von: Andrea Rost

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Der Ton, der im Flörsheimer Parlament herrscht, ist verstörend. Hass, Wut und Häme sind seit Monaten an der Tagesordnung. Die Flörsheimer haben eine sachlichere Politik verdient. Der FR-Kommentar.

Der Ton, der im Flörsheimer Parlament herrscht, ist verstörend. Hass, Wut und Häme sind seit Monaten an der Tagesordnung. Mit Schreiduellen, Fäkalsprache und ungezügeltem Zynismus bildete die Haushaltsdebatte am Donnerstagabend den absoluten Tiefpunkt.

Stets im Visier des Regierungsbündnisses aus CDU, Grünen, FDP und dfb: Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD). Die Stoßrichtung ist klar: Der ungeliebte Verwaltungschef soll im Vorfeld der Bürgermeisterwahl 2018 demontiert werden. Ohne Rücksicht auf Verluste. Da hat auch die SPD als stimmenstärkste Partei nichts mehr zu melden.

Nun kann man Michael Antenbrink vorhalten, dass er im Umgang mit den Fraktionen nicht besonders diplomatisch ist, den ehemaligen Koalitionspartner Galf verprellt hat, eigene Projekte zügig durchzuwinken versucht und sich immer wieder hinter die SPD stellt, obwohl er als Bürgermeister doch überparteilich agieren sollte. Ihm aber zu unterstellen, er handele wissentlich zum Nachteil der Stadt, habe gar versucht, durch „Doppelbuchungen“ Geld an den Stadtverordneten vorbeizuschleusen für die eigenen Dezernate, schießt weit übers Ziel hinaus. Die Frage, warum die Rechenfehler im Haushaltsplanentwurf ihm und nicht Kämmerer Sven Heß (Galf) angelastet werden, blieb im Parlament offen.

Es ist kaum vorstellbar, dass in einer derart vergifteten Atmosphäre noch Politik für die Bürger gemacht werden kann. Genau das aber haben sich die vom Flughafen arg gebeutelten Flörsheimer mehr als verdient.

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