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Hofheim

Unten Bürokratie, oben Bienen

Rekord-Honigernte auf dem Dach des Rathauses in Hofheim. Erstmals bleiben die Bienenstöcke auch im Winter auf dem Rathausdach stehen.

Von Tom Weimar

Hubertus Fischer ist begeistert. Der Imker steht auf dem Dach des Hofheimer Rathauses und begutachtet seine Bienenvölker. Gut gelaunt seien die Tiere, stellt er fest. Als er eine Wabe aus dem Stock holt, schwirren die Bienen sofort durch die Luft. Eine nimmt auf Fischers Kopf Platz. Den Imker stört das wenig. „Das ist doch fotogen“, sagt er. Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) ist lieber vorsichtig. Um sich vor Stichen zu schützen, trägt sie beim Pressetermin einen Kopfschutz mit Netz, wie er bei der Imkerei üblicherweise verwendet wird.

Seit drei Jahren hat Hubertus Fischer zwei Bienenstöcke auf dem Rathausdach stehen. Auf die Idee kam damals der Manager des Chinon-Centers, Knut Maurivé. In diesem Jahr haben die Bienen 200 Kilogramm Honig produziert, 90 Kilogramm konnte Fischer ernten. Das sei mit 45 Kilogramm pro Volk das Dreifache einer Durchschnittsernte in Hessen.

Die gute Honigernte ist der Wärme im Frühjahr zu verdanken. Bereits Mitte März habe er die Stöcke auf dem Dach aufstellen können – drei Wochen eher als üblich, sagt Fischer. Das sei gleichzeitig der Grund für eine frühe Winterruhe. Bereits Anfang August hat der Imker die Bienenkästen zurückgebaut.

Bei Edeka im Regal

In 250-Gramm-Gläser abgefüllt steht der Hofheimer Stadthonig nun im Chinon-Center bei Edeka im Regal; 120 Honiggläser werden dort verkauft. Laut Markus Buch, der den Edeka-Laden betreibt, ist der Honig vom Rathausdach ein Geheimtipp. „Die Kunden fragen schon vorher danach“, berichtet er. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr kleine 50-Gramm-Gläser. Die seien als Präsente für Rathaus-Gäste gedacht, erklärt Bürgermeisterin Stang.

Als Ersatz dafür, dass er ihnen Honig abgenommen hat, gibt Imker Fischer den Bienen nun Bio-Zucker. Daraus machen sie Honig und lagern ihn in Waben ein, damit die Winterbienen überleben können. Denn erstmals werden Hubertus Fischers Bienenstöcke in diesem Jahr auch während der kalten Jahreszeit auf dem Dach des Hofheimer Rathauses stehen. Dafür behandelt der Imker sie vor der Presse medienwirksam ohne Hand- und Mundschutz mit Ameisensäure. So schütze er die Bienen vor ihrem größten Feind, der Milbe, erklärt er.

Bis jetzt hatte Fischer die Tiere im Winter zu sich nach Wildsachsen gebracht, weil er niemanden „belästigen“ wollte. Dass die Bienen von nun an auch den Winter über in Hofheim bleiben, nützt dem Imker: Sollte sich eines seiner Bienenvölker mit einer Krankheit infizieren, sinke durch die örtliche Verteilung das Risiko, alle Bienen zu verlieren, erklärt er.

Kreisstadt bietet Standortvorteile

Die Kreisstadt bietet dem Imker außerdem Standortvorteile. Es sei in Hofheim zwei bis drei Grad wärmer als im Ortsteil Wildsachsen, wo er auch Bienen hält. „Hier sind die Bienen im Frühjahr schneller wieder fit, um Honig zu produzieren“, erklärt er. Das trage zu einer guten Honigernte bei. Vom Rathausdach aus können sich die Bienen aussuchen, wo sie zur Bestäubung hinfliegen. „Hier gibt es sehr viel Grün“, sagt Fischer.

Dass die Honigproduktion so gut funktioniert, freut die Verwaltungschefin. „Wir haben nicht nur fleißige Bienen im sondern auch auf dem Rathaus“, sagt Gisela Stang und schmunzelt. Den Fleiß der Insekten vergleicht Fischer allerdings ungern mit dem des Menschen. Das nur vier bis sechs Wochen währende Leben der Sommerbienen erkläre man damit, dass sie so viel arbeiteten. Der Mensch solle sich auch Zeit zum Ausruhen nehmen.

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