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Nah am Wald: Junghainzehecken soll reguläres Wohngebiet werden.
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Nah am Wald: Junghainzehecken soll reguläres Wohngebiet werden.

Hofheim

Ultimatum für die Anwohner

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Ein Ultimatum haben die Stadtverordneten jetzt den Anwohnern des Gebietes Junghainzehecken gestellt: Bis zum 31. Oktober sollen sie sich geeignigt haben, sonst wird die Stadt die Grundstücke erschließen und die Kosten auf die Anlieger umlegen.

Dies beschlossen die Parlamentarier am Mittwoch mit breiter Mehrheit. Dagegen stimmten die Grünen, Bernd Hausmann von den Linken und die SPD-Stadtverordnete Barbara Grassel.

Ob dieser Beschluss für die Eigentümer in Wildsachsen nun ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist, wie es Hausmann titulierte, oder Anreiz für eine fruchtbare Zusammenarbeit, darüber gingen die Meinungen auseinander. Schon seit einigen Jahren haben sich die Parlamentarier mehrheitlich darauf geeinigt, das ehemalige Wochenendhausgebiet im Wald in ein reguläres Wohngebiet umzuwandeln.

Nun geht es um die Erschließung. Dazu gehört, wie Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) mitteilte, die Straßenoberfläche, die Straßenentwässerung und die Beleuchtung. Eine öffentlich-rechtliche Erschließung, so Exner, würde 2,8 Millionen Euro kosten. Um einige Hundertausende Euro günstiger würde es, wenn die GBR der Eigentümer dies übernehmen würden. Der Gesamtbetrag beziffere sich dann auf 2,2 Millionen Euro. Die Differenz von 600 000 Euro, so Exner, sei darauf zurückzuführen, dass die Stadt die Aufträge ausschreiben müsste.

Mit Eigentümern zusammenarbeiten

Der Erste Stadtrat setzt nun darauf, dass diese Differenz die Eigentümer zum Handeln bewegt. Denn wenn die Stadt die Erschließung übernimmt, würde sie die Kosten zu 90 Prozent auf die Hausbesitzer umlegen. Der Anteil der Stadt würde lediglich 280 000 Euro betragen. Hinzu kämen für die Eigentümer 670 000 Euro, die für die Errichtung einer Trinkwasserleitung benötigt werden. Wie es um den Wasser- und Abwasserbeitrag bestellt ist, konnte Exner nach eigener Aussage noch nicht kalkulieren, da derzeit die Satzungen überarbeitet werden. Er geht aber davon aus, dass sich „im Rahmen der Neuberechnung deutlich höhere Beiträge ergeben werden.“

Wie viele Eigentümer an der Erschließung des Gebietes Junghainzehecken tatsächlich interessiert sind, teilte Exner nicht mit. „Wir müssen eben so viele gewinnen, dass die Finanzierung gesichert ist“, sagte der Bauausschuss-Vorsitzende Rolf Engelhard (SPD). Parteigenosse Alexander Tulatz pflichtete ihm bei: „Es hat keinen Sinn, wenn das Geld, das für die Erschließung nötig ist, für Prozesse ausgegeben wird. Wir möchten mit den Eigentümern zusammenarbeiten und eine Lösung erzielen.“

Fass ohne Boden

Anders sah das die SPD-Stadtverordnete Barbara Grassel. Das Thema Junghainzehecken ist nach ihrer Ansicht ein Fass ohne Boden. Grassel sieht Kosten in Höhe von 5,7 Millionen auf die Stadt zukommen. Diese Summe sei in der Bauleitplanung der Stadt im Jahr 2010 genannt worden. „Dafür, dass die Anlieger nicht bereit sind, die Erschließungskosten voll zu übernehmen, werden sie noch mit einer Aufstockung der Baufläche von 80 auf 110 Quadratmetern belohnt“, sagte Grassel.

Auch die Grünen lehnten das Ultimatum ab. Es sei schließlich nicht sicher, wie viele Eigentümer man benötige, damit der Stadt keine hohen Kosten entstehen, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Marianne Knoess. „Kein vernünftiger Planer hätte an dieser Stelle ein Baugebiet ausgewiesen“, kritisierte Hausmann die Koalition, „und nun steigen die Grundstückspreise“.

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