1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

Tierfriedhof an BMX-Bahn

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Vorbild für Wiesbaden? Tierfriedhof in Weimar.
Vorbild für Wiesbaden? Tierfriedhof in Weimar. © ddp

Die meisten Hofheimer lassen ihre verstorbenen Haustiere verbrennen. Dennoch prüft die Stadtverwaltung die Einrichtung eines Tierfriedhofs. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Eigentlich hält die Stadtverwaltung einen Tierfriedhof für überflüssig. "Die Nachfrage ist gering, da die Kremierung von Haustieren bevorzugt wird", schreibt sie in einer Vorlage, die am nächsten Dienstag den Haupt- und Finanzausschuss beschäftigen wird. Auf die politische Tagesordnung gebracht haben dieses Thema die Bürger für Hofheim (BfH).

Die Kommune hat sich bei einem ortsansässigen Tierbestatter schlau gemacht und erfahren, dass die meisten Herrchen und Frauchen ihre toten Tiere verbrennen lassen. Die Asche verstreuen sie dann, heben sie in einer Urne zu Hause auf oder vergraben sie im Garten. Zudem beerdigen viele Bürger den Körper von Hund, Katze oder Meerschweinchen auf ihrem eigenen Grundstück. Das ist legal. Allerdings nicht in Wasserschutzgebieten oder in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Plätzen und Wegen, so zitiert die Stadt Hofheim aus dem Gesetz.

Trennung von Tier und Mensch

Im Rathaus sind derzeit 1586 Hunde gemeldet. Über Katzen und andere Haustiere gibt es keine Statistik, da für sie keine Steuern gezahlt werden müssen.

Es seien vor allem ältere Menschen, die ihren verstorbenen Liebling auf einem Friedhof zu Grabe tragen möchten, hat die Stadt vom Tierbestatter erfahren. Dabei werde wohl auch der humane Totenkult auf die Vierbeiner übertragen. Doch dass in Hofheim ein Tierfriedhof neben einem Menschenfriedhof angelegt werden könne, schließt die Kommune aus.

Aufgrund der BfH-Anfrage hat die Stadtverwaltung vier Grundstücke geprüft, die aus ihrer Sicht als Standort für einen Tierfriedhof in Frage kommen. Zwei in Marxheim und zwei in Diedenbergen. Am geeignetsten sei ein Areal neben der BMX-Bahn in Diedenbergen. Diese liegt am Ortsrand am Ende der Straße In der Bauschule, nahe bei den Tennisplätzen. Der Tierfriedhof würde an Wald und Feld angrenzen. Die BMX-Bahn könnte trotz Tierfriedhof wie gehabt als Freizeitgelände genutzt werden. Doch ob in Diedenbergen ein Tierfriedhof angelegt werden darf, hat nicht die Stadt allein zu entscheiden. Der Kreis müsste die letzte Ruhestätten für Tiere genehmigen.

Falls dass Stadtparlament sich für einen Tierfriedhof entscheidet müsste auch der Boden untersucht werden, denn er darf "die hinreichend schnelle Verwesung des Tierkadavers nicht behindern", so die Stadt.

Auch interessant

Kommentare