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Teures Bad Soden, billiges Flörsheim

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Reihenhäuser in der Bettina-von-Arnim-Straße in Eschborn.
Reihenhäuser in der Bettina-von-Arnim-Straße in Eschborn. © FR/Müller

Finanzkrise oder gesättigter Markt? Das Immobiliengeschäft im Main-Taunus-Kreis ist weiter rückläufig. Und bei den Reihenhäusern fallen sogar die Preise. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Im Main-Taunus-Kreis werden weniger Häuser und Grundstücke verkauft. Der Immobilienmarktbericht für 2008 verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr 12 Prozent weniger Verträge. Damit setzt sich der negative Trend fort: Auch 2007 hatte es bereits einen Rückgang gegeben.

Dramatisch sei dies jedoch nicht, sagte gestern Rolf Lehr, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der den Bericht verfasst. Nach den Rekordjahren 2005 und 2006 pendele sich der Immobilienmarkt jetzt wieder auf dem Niveau von 2004 oder 2005 ein. "Die Entwicklung ist kein Anlass, Alarm zu schlagen", sagte auch Landrat Berthold Gall (CDU): "Wer am Top-Standort Main-Taunus ein Grundstück hat, der hat einen bleibenden Wert."

Freistehende Einfamilienhäuser waren 2008 im Schnitt sogar um 8,7 Prozent teurer als 2007. Sie kosteten im kreisweiten Mittel 388 000 Euro. Doppelhaushälften wechselten für durchschnittlich 322 000 Euro den Besitzer, ihr Preis blieb im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert.

"Einen signifikanten Trend nach unten" verzeichnet der Gutachterausschuss bei den Reihenhäusern. Sie sind seit 2004 stetig billiger geworden. Für 2008 ermittelte der Gutachterausschuss einen Durchschnittspreis von 246 000 Euro, 2007 waren es noch 279 000 Euro gewesen. Etwas billiger sind auch Eigentumswohnungen geworden: Für Neubauten waren 2008 im Schnitt 2460 Euro pro Quadratmeter fällig, bei Wiederverkäufen 1640 Euro, das sind jeweils rund vier Prozent weniger als im Vorjahr.

Im kreisweiten Vergleich war Bad Soden der Spitzenreiter, was den Preis von Reihenhäusern angeht. Er lag dort bei 334 000 Euro, in Eschborn bei 282 000 Euro, in Hofheim bei 265 000 Euro. Am günstigsten waren Reihenhäuser in Flörsheim mit 202 000 Euro.

Der geplante Flughafenausbau hat aber aus Sicht des Gutachterausschusses die Immobilienpreise in den Mainstädten noch nicht gedrückt. "Wir haben bisher noch keine wesentliche Veränderung festgestellt", sagte Rolf Lehr. "Ob das so bleibt, wenn die neue Bahn in Betrieb geht, bleibt abzuwarten." Nach dem Bau der Startbahn West habe es in den vom Lärm besonders betroffenen Kommunen lediglich "eine Delle" gegeben. Die Preise seien für rund fünf Jahre gesunken und hätten dann wieder das Niveau der Umgebung erreicht.

Landrat Gall forderte vom Flughafenbetreiber Fraport, das Casa-Entschädigungsprogramm "großzügig umzusetzen". In den Kommunen, die besonders unter der Nord-West-Bahn leiden werden, müsse Fraport den Eigentümern anbieten, Häuser zum Verkehrswert zu kaufen. "Der Flughafenausbau ist eine Katastrophe für Flörsheim", so Gall.

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