Eppstein

Teure Grundstücke in Eppstein schrecken Bauherren nicht ab

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Die ersten Häuser am Bienroth sind fertig. Jetzt startet die Stadt noch ein Bieterverfahren. Wer am meisten zahlt, bekommt den Bauplatz.

Die 33 Bauplätze am Bienroth sind bis auf einen alle verkauft. Zu welchen Preis die Grundstücke auf der Anhöhe zwischen der Eppsteiner Altstadt und dem Stadtteil Vockenhausen den Besitzer wechselten, ist nicht bekannt. Die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die das Neubaugebiet Innatura 2020 entwickelt hat, nannte vor zwei Jahren Mindestangebotspreise von rund 500 Euro pro Quadratmeter. Die dürften aufgrund der großen Nachfrage deutlich überboten worden sein. Zum Zuge kamen am Ende die Interessenten, die am meisten zu zahlen bereit waren.

Mittlerweile sind die ersten Wohnhäuser am Bienroth fertig und die Bewohner sind auch schon eingezogen. Einige Grundstücke liegen noch brach, anderswo sind Baugruben ausgehoben oder die Häuser stehen im Rohbau und der Innenausbau läuft.

Allzu viele Vorgaben hat die Stadt den Bauherren im teuren Wohngebiet mit Fernblick über den Taunus nicht gemacht. Außer dass die Baufenster für die durchwegs freistehenden Einfamilienhäuser festgelegt sind und die Firsthöhe bestimmt ist, gibt es kaum Einschränkungen. Dementprechend vielfältig sind Baustile und Dachformen sowie die Fassadengestaltung der Neubauten. Allen neuen Häusern gemeinsam ist, dass ohne fossile Energien geheizt werden muss, also weder Gas- noch Ölheizungen zulässig sind. Maximal zwei Wohneinheiten sind pro Gebäude erlaubt. Die Gebäude dürfen nicht mehr als zwei Geschosse haben.

Seit Anfang der Woche steht ein weiteres Baugrundstück in unmittelbarer Nähe zum Neubaugebiet zum Verkauf. Es liegt an der Kreuzung der Straßen Auf dem Wingertsberg und Auf dem Bienroth, ist rund 700 Quadratmeter groß und war bislang eine städtische Grünfläche. Unter einem großen Kastanienbaum stehen eine Bank und ein Tisch aus Holz. Die alte Stromstation könne abgerissen werden, berichtet Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon (CDU). Sie wurde bereits durch eine neue auf der gegenüberliegenden Straßenseite ersetzt.

Das Baugebiet

Entwickelt hat das Gebiet Innatura 2020 mit einer Nettobaulandfläche von 24 000 Quadratmetern die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK).

Eine Initiative hatte nach dem Beschluss des Stadtparlaments 2010 jahrelang versucht, die Bebauung der Anhöhe zwischen Eppstein und Vockenhausen zu verhindern. Sie war aber vor Gericht gescheitert.

400 000 Euro nennt die Stadt als Mindestgebot für das voll erschlossene Baugrundstück. Schon wenige Stunden, nachdem das Bieterverfahren am Montag über ein Immobilienportal im Internet gestartet wurde, hätten sich die ersten Interessenten gemeldet, berichtete Alexander Simon. Auch in diesem Fall wird der Meistbietende den Zuschlag erhalten. Der Erlös für den Grundstücksverkauf soll laut Simon ein Defizit im städtischen Haushalt ausgleichen. Das Geld ist schon eingeplant.

Wenn alle Häuser am Bienroth fertig sind, rechnet der Verwaltungschef mit mehr als 100 Bewohnern. Weil viele Familien mit kleinen Kindern einziehen, wird auch eine neue Kita gebaut. Das Areal am Bienroth ist das letzte große Neubaugebiet in Eppstein. Davor wurde das Baugebiet Hollergewann im Eppsteiner Stadtteil Niederjosbach entwickelt. Dort sind mittlerweile nahezu alle Häuser bezogen. Rund 200 Menschen leben im Hollergewann.

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