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Bodo Tadewald hat den FWG-Fraktionsvorsitz abgegeben.
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Bodo Tadewald hat den FWG-Fraktionsvorsitz abgegeben.

Hofheim

Der Teamplayer

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Bodo Tadewald kandidiert als dienstältester Parlamentarier wieder für die FWG. In seiner Jugend spielte er Basketball, und auch seine Fraktion hält er für ein "tolles Team". Bei der Flüchtlingsunterbringung warnt er vor "Schnellschüssen".

Eigentlich muss sich Bodo Tadewald nichts mehr beweisen: 30 Jahre war er Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FWG); seit 1968 ist er politisch aktiv – erst in Wallau und dann in Hofheim – und damit der nach Dienstjahren älteste Parlamentarier der Kreisstadt. Trotzdem tritt der 78-Jährige bei der Kommunalwahl am 6. März nochmal an. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt Bodo Tadewald in dem ruhigen und besonnenen Tonfall, den seine politischen Weggefährten seit Jahrzehnten von ihm kennen. „Ich lass‘ meine Mannschaft nicht im Stich.“

Tadewald, der als junger Mann Basketball auf höchsten Niveau spielte und mit Alemannia Aachen Deutscher Vizemeister wurde, schwärmt von der FWG als „tollem Team“, bei dem schon mal heftig diskutiert, aber nie ernsthaft gestritten werde, und wo alle, die sich politisch engagierten, auch zu Wort kämen.

Mist gegen Eingemeindung

In den 1960er Jahren zögerte er deshalb nicht lange, als FWG-Vertreter ihn zur Mitarbeit einluden. Tadewald wohnte zu dieser Zeit noch in Wallau, hatte ein Haus gebaut und ärgerte sich über Straßenbeiträge, die die damals noch selbständige Gemeinde über die Köpfe der Bürger hinweg erheben wollte. Die Freien Wähler seien schon immer eine Protestpartei gewesen, erzählt er. „Da habe ich mich gut aufgehoben gefühlt.“ Bodo Tadewald war auch dabei, als Mitte der 1970er Jahre Wallau im Zuge der Gebietsreform seine Selbständigkeit verlor. Er erinnert sich daran, dass schon mit Sekt auf die Eingemeindung nach Wiesbaden angestoßen wurde, ehe die Wallauer mit Traktoren voll mit Mist einen Protestzug in die Landeshauptstadt veranstalteten

Es folgten Gespräche mit Hofheims Bürgermeister Friedrich Flaccus. Wallau wurde ein Teil der Main-Taunus-Kreisstadt, und Bodo Tadewald im Zuge von Nachwahlen Hofheimer Stadtverordneter. Als „Hirten und Seher der FWG“ bezeichnen ihn die Freien Wähler auf einer Zeichnung, die Tadewald mit Besen und langem Mantel zeigt. Das Blatt, das er jüngst geschenkt bekam, hängt ebenso in seinem Arbeitszimmer wie die Urkunde, die ihm den Ehrentitel „Fraktionsältester“ bescheinigt.

Auf Ausschuss- und Parlamentssitzungen bereitet sich Tadewald längst nicht mehr in Wallau vor. Vor einigen Jahren ist er nach Hofheim gezogen – in eine Wohnung in der Kurhausstraße. Von seinem Arbeitszimmer blickt er auf das Blaue Haus, in dem die Mäzenin Hanna Bekker-vom-Rath einst berühmte Künstler empfing.

Rückzug auf Listenplatz zwei

Wallau liegt Bodo Tadewald aber immer noch besonders am Herzen. „Ich habe mitgestimmt, als 1972 die Ländcheshalle gebaut werden sollte, war bei der Planung und der Einweihung dabei. Es tut mir weh, wenn ich sehe, dass nach 40 Jahren nur noch eine Ruine übrig geblieben ist“, sagt er. Immerhin sei jetzt nach langem Hin und Her ein Neubau beschlossen worden.

Weit über 30 Mal hat Bodo Tadewald die Haushaltsrede für die FWG im Hofheimer Parlament gehalten. Er war dabei, als die Freien Wähler mit CDU und FDP in der Stadtregierung saßen und in den 1990er Jahren neun Abgeordnete stellten. Gerade mal drei sind es zurzeit. „Wir wollen unser Ergebnis bei der Wahl am 6. März deutlich verbessern“, umreißt Tadewald das Ziel. Er selbst ist nicht mehr Spitzenkandidat, sondern steht auf Platz zwei der FWG-Liste. Den Fraktionssitz bei den Freien Wählern hat er vor wenigen Wochen abgegeben – an Andreas Nickel, der mit viel Elan die großen Fußstapfen des Vorgängers auszufüllen versucht.

Im Parlament hat Bodo Tadewald vor kurzem auf ein Problem hingewiesen, das ihm besonders wichtig erscheint: „Die Flüchtlingssituation ist zurzeit unsere größte Herausforderung, aber vieles, was aktuell unternommen wird, ist übereilt“, findet er. Vier Standorte haben Stadt und Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft für den Bau von Sozial- und Flüchtlingswohnungen vorgeschlagen. Überall haben sich bereits Bürgerinitiativen gegründet, die dies verhindern wollen. Auch Bodo Tadewald hält das für eine „falsche städtebauliche Entwicklung“, warnt vor „Schnellschüssen“. Die FWG habe in ihrem Wahlprogramm vor allem die städtebauliche Entwicklung Hofheims im Blick, sagt er.

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