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Tafel für Tiere eröffnet

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Das Ehepaar Schauer mit Vierbeinern.
Das Ehepaar Schauer mit Vierbeinern. © FR/Surrey

Das Hofheimer Ehepaar Schauer hat mit einigen Freunden ein Tafel-Projekt für Tiere gestartet. Bisher fehlen aber noch die Abnehmer. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Säcke mit Trockenfutter warten in Langenhain auf hungrige Tiere, ebenso Dosen für Hunde und Katzen. Aber Abnehmer fehlen bisher noch. Das Ehepaar Schauer hat mit einigen Freunden das Tafel-Projekt für Tiere gestartet und in den vergangenen Wochen schon viele Futterspenden von Geschäften bekommen - wie bei der Tafel für Menschen überwiegend Ware mit kürzlich abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.

Sie wollen das Futter Bedürftigen Tierbesitzern schenken. "Aber es ist unheimlich schwierig, an die Leute heran zu kommen", sagt Astrid Schauer. "Die Scham ist wohl sehr groß." Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat sie inzwischen immerhin von zwei Main-Taunus-Bürgern erfahren, die sich das Futter für ihre Tiere nicht mehr leisten können. Einer sei arbeitslos geworden, der andere durch den Tod des Ehepartners finanziell abgerutscht.

Rund 300 Kilogramm Futter sowie einige Hundekörbchen wurden kürzlich zudem von Langenhain noch Spanien gefahren, zur Animal Aid Foundation, die sich dort um herrenlose Hunde kümmert. Doch Tiere in Hofheim und Umgebung zu versorgen, ist das Hauptanliegen der Tafel.

"Wir mussten leider selbst die Erfahrung machen, dass man ganz schnell und unverschuldet in eine finanzielle Notlage kommen kann", erzählt Astrid Schauer. Sie und ihr Mann leiden an der unheilbaren neurologischen Muskelerkrankung Dystonie und lernten sich in einer Selbsthilfegruppe kennen. Die 50-Jährige ist deshalb schon seit zehn Jahren in Rente. Doch bei ihrem Mann habe sich die Berentung hingezogen: "Arbeitslosengeld und Krankengeld waren ausgeschöpft und weitere Unterstützungen standen uns nicht zu, da wir ein Eigenheim haben." Nach dem Tod von Astrid Schauers Mutter hatte das Ehepaar zusätzlich zu den eigenen Tieren deren beide Hunde zu versorgen. Die Kosten für drei Hunde und zwei Katzen sprengten damals ihre finanziellen Möglichkeiten. Freunde übernahmen die Patenschaft für zwei Hunde. Als Ronald Schauers Rente bewilligt wurde, war der finanzielle Engpass überwunden und die Idee für eine Tier-Tafel geboren.

Tiere als große Stütze

Sie will auch bei Tierarztbesuchen helfen und kooperiert mit einem Veterinär, der Armen ermäßigte Behandlungspreise gewährt. Außerdem hat die Espenranza-Pfötchentafel Untersützer, die Tierarzt-Rechnungen übernehmen würden. Geringverdiener müssen sich oft von ihrem Tier trennen, weil sie den Tierarzt nicht zahlen können. Der Hofheimer Tierschutzverein berichtet, dass er deshalb immer öfters Katzen aufnehmen muss. Dabei seien Tiere gerade in schwierigen Zeiten eine große Stütze, so die Langenhainerin Astrid Schauer: "Es wäre für uns entsetzlich gewesen, wenn wir aus der finanziellen Not heraus die Lieblinge meiner verstorbenen Mutter hätten in ein Tierheim geben müssen ."

Einen Einkommensnachweis fordern die Schauers nicht von Menschen, die für Tiere Hilfe suchen. "Wir wollen nur das Tier sehen." Das Futter würden sie nach Hause liefern. Denn Arme und Alte seien nicht mobil und könnten ihre Tiere auch nicht über die Tiertafel Deutschland versorgen, die in Frankfurt ihre hessenweit einzige Ausgabestelle hat.

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