+
Sulzbacher müssen künftig anderswo standesamtlich heiraten. (Symbolbild)

Bad Soden/Sulzbach

Sulzbach wird künftig kein eigenes Standesamt mehr haben

  • schließen

Sulzbach und Bad Soden legen ihre Standesämter zusammen. Das lohnt sich finanziell.

Die Gemeinde Sulzbach wird künftig kein eigenes Standesamt mehr haben. Stattdessen wird die Nachbarstadt Bad Soden alle Verwaltungsaufgaben rund um Eheschließungen, Geburten und Todesfälle erledigen. Das teilten die beiden CDU-Bürgermeister Elmar Bociek (Sulzbach) und Frank Blasch (Bad Soden) mit. Ihren Angaben zufolge haben der Sulzbacher Gemeindevorstand und der Bad Sodener Magistrat das neue Projekt zur interkommunalen Zusammenarbeit bereits abgesegnet. Bis Ende Juni sollen die Gemeindevertreter und Stadtverordneten der beiden Kommunen darüber entscheiden.

Brautleute, die in Sulzbach heiraten wollten, müssten dann ab März 2020 im Bad Sodener Rathaus ihr Aufgebot bestellen, berichtete Bociek. Die Eheschließung könne weiterhin im Bürgerhaus Frankfurter Hof in Sulzbach stattfinden. Alternativ böten sich der Gartensaal der Rothschild’schen Villa im Alten Kurpark in Bad Soden sowie das dortige historische Badehaus als Trauort an.

Laut Bociek zahlt Sulzbach 40 000 Euro im Jahr an Bad Soden, spart unterm Strich aber 15 000 Euro, weil keine neue Standesbeamten geschult, keine Software eingekauft und demnächst frei werdende Stellen nicht für diesen Zweck nachbesetzt werden müssen. Im Schnitt 40 Trauungen hatten die Sulzbacher Standesbeamten im Jahr abgehalten. Eine halbe Planstelle in der Gemeindeverwaltung war dafür vorgesehen.

In Bad Soden finden laut Frank Blasch 140 Trauungen pro Jahr statt. Vier Rathausmitarbeiter sind als Standesbeamte berufen, ab dem kommenden Jahr kommt eine halbe Stelle für die Abwicklung der Sulzbacher Aufgaben dazu. Bereits 2009 hat die Stadt Schwalbach ihre Standesamtsaufgaben an Bad Soden delegiert. Die Zusammenarbeit funktioniere reibungslos, berichtete Frank Blasch.

Beide Bürgermeister sind überzeugt, dass kleinere Städte und Gemeinden künftig in vielen Bereichen enger kooperieren werden. Im Zuge der Digitalisierung werde man diverse Verwaltungsstrukturen überprüfen und womöglich neu organisieren.

Als Beispiel erfolgreicher interkommunaler Zusammenarbeit aus der letzten Zeit nannten Bociek und Blasch das gemeinsame Vorgehen bei der Verlängerung der Trasse der Regionaltangente West (RTW) bis Bad Soden und Sulzbach. Dabei habe man im Tandem erfolgreich agiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare