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Das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach wurde 1964 eröffnet.
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Das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach wurde 1964 eröffnet.

Sulzbach

Sulzbach: ECE plant 400 Wohnungen am Main-Taunus-Zentrum

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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In unmittelbarer Nähe zum Main-Taunus-Zentrum sollen Wohnungen für 1000 Menschen sowie neue Gewerbe- und Büroflächen entstehen. Investor ist die ECE Group, die das Einkaufscenter auf der grünen Wiese betreibt.

Vor drei Jahren machte die Idee von Regionalverbandsdirektor Thomas Horn (CDU), am Main-Taunus-Zentrum einen neuen Stadtteil für 6000 Menschen entstehen zu lassen, Schlagzeilen. Flächen von Sulzbach, Liederbach und Frankfurt sollten dafür genutzt werden. Das Einkaufszentrum an der A66 wäre quasi zur Innenstadt des neuen Wohnquartiers geworden. Widerstand kam damals vor allem aus Sulzbach, wo die Kommunalpolitiker:innen um die Eigenständigkeit der kleinen Main-Taunus-Gemeinde fürchteten. Auch Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) äußerte sich ob der fehlenden Verkehrsanbindung skeptisch.

Jetzt könnte die „MTZ-Stadt“ doch Realität werden, wenn auch in deutlich kleinerer Form. Das Sulzbacher Parlament hat Ende letzter Woche einem städteplanerischen Vorentwurf der ECE Group zugestimmt. Die Gesellschaft, die Eigentümer und Betreiber des Main-Taunus-Zentrums ist, hat vor, nordwestlich des MTZ ein neues Quartier zu entwickeln – mit Wohnungen für bis zu 1000 Menschen sowie Gewerbeflächen. 2500 Arbeitsplätze könnten auf diese Weise zusätzlich in Sulzbach entstehen.

Das Unternehmen

Die ECE Group mit Sitz in Hamburg betreibt 200 Shopping-Center in 13 Ländern, darunter auch das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach.

Die ECE Work & Live entwickelt, baut und betreibt als Spezialgesellschaft große Immobilienprojekte wie Wohnungen, Bürogebäude, Logistikzentren, Hotels und Stadtquartiere. Das Bau- und Planungsvolumen liegt aktuell bei drei Milliarden Euro.

Gegründet wurde das Unternehmen ECE im Jahr 1965 von Versandhauspionier Werner Otto. Es ist bis heute im Familienbesitz. Hauptgeschäftsführer ist Alexander Otto.

Zwei der Flächen, die benötigt würden, seien bereits im Besitz von ECE, sagte Projektmanager Jens Hintze der Frankfurter Rundschau. Der MTZ-Eigentümergesellschaft gehöre das Gelände des ehemaligen Autokinos, das in den letzten Jahren noch gelegentlich als zusätzlicher Parkplatz für das Einkaufszentrum genutzt wurde. ECE habe zudem das sogenannte Müllergelände gekauft, eine 47 000 Quadratmeter große Ackerfläche zwischen dem Dorint-Hotel und der Brücke über die Bundesstraße 8.

Größtenteils im Besitz der Gemeinde Sulzbach sind Flächen südlich der Bahnstraße, die zum Planungsgebiet „Am Rosenweg“ gehören. Auf einer Gesamtfläche von 37 000 Quadratmetern sieht das städtebauliche Konzept dort Reihen- und Mehrfamilienhäuser mit 184 Wohneinheiten vor, dazu eine Kindertagesstätte und einen Supermarkt.

Auf dem knapp 70 000 Quadratmeter großen Autokinogelände sollen werksnahe Wohnungen, Büros und ein kleines Hotel entstehen. Das Müller-Grundstück im Westen wird Gewerbe sowie lärm- und verkehrsarmer Industrie vorbehalten sein. Auch Co-Working-Spaces könnte sich Jens Hintze in diesem Bereich vorstellen.

Für die ECE Group sei wichtig, als Partner der Gemeinde alle drei Areale „aus einer Hand“ entwickeln können, sagte Hintze der FR. Um eine Investitionssumme zu nennen, sei es noch zu früh. Bebauungspläne müssten zunächst verabschiedet, Detailpläne erarbeitet werden. Noch stehe auch nicht fest, ob ECE die Wohnungen und Gewerbeimmobilien als Investor baut und weiterverkauft oder selbst im Bestand behält und vermietet. Immobilien im Hochpreissegment seien nicht geplant, versicherte Hintze. Man wolle sich dem allgemeinen Marktniveau in der Region anpassen. Er ließ aber durchblicken, dass es wohl keine öffentlich geförderten Wohnungen sein werden, die am MTZ entstehen. Mit dem Spatenstich rechnet der Projektmanager im Jahr 2024.

So sehen die Pläne für das Quartier aus.

Zentrales Thema für die Planer ist die Verkehrserschließung der Quartiere. Aus dem Wohnquartier Rosenweg werde es eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer ins MTZ geben, kündigte Hintze an. Auch ein autonom fahrender Bus könnte dort in Zukunft verkehren. Für Autos werde eine neue Zufahrt zur B8 gebaut. Der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr sei durch die zahlreichen Busverbindungen zum MTZ gegeben. Der S-Bahnhof Sulzbach sei als ein Haltepunkt der Regionaltangente West vorgesehen.

„Einen Riesenschritt in die Zukunft“ nannte Sulzbachs Erster Beigeordneter Hans-Jürgen Wieczorek (CDU) im Gespräch mit der FR die Entwicklung der neuen Quartiere. Sowohl Wohnungen als auch Gewerbeflächen würden in der 9000-Einwohner-Gemeinde dringend gebraucht.

Von einer „klugen Entscheidung“ sprach auch Regionalverbandsdirektor Thomas Horn. Er hält es für möglich, dass die Entscheidung der Sulzbacher Kommunalpolitik „Auftakt und Blaupause“ sein könne für weitere Projekte rund um das Main-Taunus-Zentrum – auch auf Liederbacher oder Frankfurter Gemarkung. „Das MTZ ist ein wunderbarer Standort. Sollten Änderungen im Regionalen Flächennutzungsplan nötig sein, wird der Regionalverband diese konstruktiv begleiten“, kündigte Horn an.

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