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Neuer Wohnraum für bis zu 40 Geflüchtete

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Gemeinde hat ein Gebäude in der Straße „Am Sulzbach“ gekauft / Umbau läuft

Sulzbach - Die Zwangsräumung einer afghanischen Familie aus der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Sulzbacher Wiesenstraße hat für großes Aufsehen gesorgt. Die Betroffenen sind in eine andere Unterkunft gekommen, die die Gemeinde zur Verfügung stellt. Die Gemüter haben sich wieder etwas beruhigt. Aber das Problem brennt allen Kommunen weiterhin unter den Nägeln: zu viele Flüchtlinge, zu wenig Wohnungen.

Sulzbachs Bürgermeister Elmar Bociek äußerte sich im Gespräch mit dieser Zeitung zu der prekären Gesamtsituation und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf. Der Rathauschef erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Deutschland in diesem Jahr mehr als eine Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat. In Sulzbach würden sich konstant etwa 50 Ukrainer aufhalten.

Jetzt habe der Flüchtlingszustrom über die klassischen Routen (Balkan, Südeuropa) wieder zugenommen. Innerhalb von wenigen Wochen sei die Zahl im Main-Taunus-Kreis im Zuweisungsplan auf 46 neue Flüchtlinge pro Woche gestiegen, die untergebracht werden müssen. Bociek: „Aber trotz vorhandenen Mitteln kann der Kreis die Unterkünfte nicht erweitern, zum Beispiel deshalb, weil es bei den notwendigen Containern Lieferprobleme gibt.“ Also muss auf die vorhandenen Unterkünfte zurückgegriffen werden. Bereits anerkannte Flüchtlinge, die dort noch geduldet waren, weil sie trotz vieler Bemühungen keine Bleibe gefunden haben, müssen für die Neuankömmlinge Platz machen.

So war es auch in Sulzbach, wo die betroffenen Familien aber angeblich nicht rechtzeitig vom zuständigen Sozialarbeiter des Kreises über den bevorstehenden Umzugstermin informiert worden waren. Bürgermeister Bociek räumt ein, „dass nicht alles optimal gelaufen ist, weil die Gemeinde erst sehr spät, fünf Werktage vor dem Umzug, informiert wurde“. Und weiter: „Der Oberbegriff lautete dann als Priorität für die Gemeinde, dafür zu sorgen, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben“, sagt Bociek.

Der Bürgermeister weiß, wie schwierig es ist, derzeit im Main-Taunus-Kreis Wohnraum zu bekommen, stellt aber eine Lösung in Aussicht, die die Situation der Familien verbessern würde. Die Gemeinde hat nämlich ein Gebäude im Gebiet der an Bad Soden grenzenden Krautweide in der Straße „Am Sulzbach“, Hausnummer 6, gekauft, das derzeit umgebaut wird.

In absehbarer Zeit, in ein paar Monaten, können dort 35 bis 40 Flüchtlinge einziehen, so dass eine akute Not gelindert werden kann. wm

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