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Streitschlichter für Nachbarn

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Hofheim Haluk Kaya berät Mieter, die in großen Wohnblöcken zusammen leben

Senioren, die Angst haben, monatelang in einer Baustelle wohnen zu müssen, wenn das Haus saniert wird, Deutsche, die nicht verstehen, warum die Kinder der marokkanischen Familie bis elf Uhr nachts durch die Wohnung toben, ein Italiener und eine Russland-Deutsche, die Tür an Tür leben und einander stets mit Argwohn betrachten - das mehr oder minder zufällige Miteinander in einem großen Wohnblock birgt eine Menge Konfliktstoff.

Haluk Kaya, Sozialarbeiter, Diplompädagoge und ausgebildeter Konfliktberater, soll helfen, das nachbarschaftliche Streitpotenzial zu entschärfen. Seit Anfang August arbeitet der 47-Jährige im Sozialen Management der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft. "Meine Aufgabe ist es, auf die Mieter zuzugehen und zu versuchen, gemeinsam mit den Betroffenen Probleme zu lösen, bevor die Situation eskaliert", sagt er selbstbewusst.

Interkulturelle Arbeit

Das Rüstzeug für seinen neuen Job bringt Haluk Kaya mit. Seit 18 Jahren ist der gebürtige Türke Sozialarbeiter, zuletzt war er im Stadtteil West in Neu-Isenburg beschäftigt.

Kaya spricht neben Deutsch und Türkisch auch Arabisch, in die Mentalität deutscher wie ausländischer Mieter kann er sich problemlos hineinversetzen.

In den 200 Häusern der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft ist dieses interkulturelle Wissen von unschätzbarem Wert. Gut ein Drittel der 1600 Mieter stammten aus dem Ausland, sagt HWB-Geschäftsführer Josef Mayr. 25 Prozent seien älter als 60, ein Viertel unter 20 Jahre alt. "Das ist eine riesige Spannbreite, da kann es schon mal zu Verständnisschwierigkeiten kommen."

Die Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang (SPD) sieht das Engagement Haluk Kayas vor allem als vorbeugende Maßnahme. "Wir wollen soziale Brennpunkte in Hofheim erst gar nicht entstehen lassen", sagt sie. Schon allein deshalb sei der Einsatz des Sozialarbeiters und Konfliktberaters wichtig.

In den kommenden Wochen und Monaten will Haluk Kaya in allen HWB-Häusern vorstellig werden und den Bewohnern seine Hilfe anbieten. Beratung könnten unter Umständen auch jene Mieter gut gebrauchen, für die das Wohnen in den HWB-Häusern demnächst teurer wird - entweder weil die Bauten aus den 60er und 70er Jahren saniert und anschließend die Mieten erhöht werden, oder weil die Objekte aus der Wohnbauförderung fallen und die HWB somit ortsübliche Preise verlangen kann.

Vor allem für ältere Menschen sei das oft schwer zu verkraften, weiß Josef Mayr.

Regelmäßige Sprechstundensoll es

jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Gemeinschaftsraum des Hauses

Oranienstraße 43 geben, sowie dienstags von 16 bis 18 Uhr in Hofheim Süd, in der Frankfurter Straße 106.

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