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Streit um Satellitenschüsseln

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In Hattersheim gibt es Streit um den Fernsehempfang.
In Hattersheim gibt es Streit um den Fernsehempfang. © dpa

Alle 1800 Wohnungen der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft sollen demnächst mit einem Fernseh- und Hörfunkempfang ausgestattet werden. Von Claudia Horkheimer

Alle 1800 Wohnungen der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft sollen demnächst mit einem neuen System für Fernseh- und Hörfunkempfang ausgestattet werden. Denn der Vertrag mit dem bisherigen Anbieter läuft aus. Im Gegenzug fordert die Hawobau von ihren Mietern die Entfernung aller Parabolspiegel auf Balkonen und an den Fassaden und droht in einem Schreiben mit "Rechtsmitteln", falls die Anlagen nicht "umgehend" entfernt würden.

Aus Angst vor den Kosten in bislang unbekannter Höhe, die auf sie zukommen, setzen sich jetzt einige Mieter zur Wehr. Eine von ihnen ist Eugenia Karotic. Sie sammelte insgesamt 30 Unterschriften und widersprach der Forderung der Hawobau schriftlich. Bislang habe sie drauf keine klare Antwort erhalten, sagt sie.

Unterstützt werden die Mieter von Carlo Graf vom Hartz-IV-Café. "Die Hawobau bringt die Mieter in eine Situation, die sozial nicht zu verantworten ist", sagt Graf. Die Mehrheit gehöre zu den Geringverdienern. "Viele von ihnen haben am 25. des Monats kein Geld mehr, um sich Essen zu kaufen." Derzeit liegt die Pauschale für den Kabelanschluss bei monatlich 3,50 Euro im Monat. Hawobau-Geschäftsführer Gerhard Krietsch bestätigt auf Anfrage der FR: "Es wird teurer, aber wir werden unter 10 Euro bleiben." Verstehen kann er die Aufregung nicht. "Das ist ein Päckchen Zigaretten im Monat".

Sobald feststehe, mit welchem Anbieter ein Vertrag geschlossen werde, wolle man die Mieter informieren. "Wir wollen den Mietern eine gute Alternative bieten", so Krietsch. 80 Prozent der fremdsprachigen Kanäle sollten abgebildet werden, so dass niemand auf eine eigene Satellitenschüssel angewiesen sei, denn dieser "Wildwuchs von Schüsseln an der Fassade" sei nicht zulässig. Ausgenommen seien Spiegel, die nicht sichtbar auf dem Balkon befestigt seien.

Die Rechtslage ist verzwickt: Wenn die Gebäudesubstanz durch die Montage angegriffen wird, oder wenn es eine Gemeinschaftsanlage gibt, kann der Vermieter die private Parabolantenne untersagen. Nicht jedoch, wenn der Mieter nachwiesen kann, dass er Sender über seine Anlage empfängt, die über Kabel nicht angeboten werden. So steht es auf der Homepage des Deutschen Mieterbundes.

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