Wohnhilfe

Stiftung rettet Wohnhilfe

Schottener Sozialgesellschaft übernimmt Mietverträge und Mitarbeiter.

Die Schottener Soziale Dienste GmbH ist ein gemeinnütziger Träger für wohnortnahe Dienstleistungen in der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe.

Das privat geführte Unternehmen hat 1500 Mitarbeiter an 80 Standorten in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Ein Dreivierteljahr lang stand die Arbeit der ökumenischen Wohnhilfe im Taunus auf der Kippe. Nachdem sich die Caritas als Geldgeber zurückgezogen hatte, fehlten dem gemeinnützigen Verein unterm Strich 50 000 Euro pro Jahr, um Menschen in Wohnungsnot zu einer neuen Bleibe zu verhelfen. Obdachlose, Sozialhilfeempfänger, Geringverdiener und Flüchtlinge, die es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer haben, drohten auf der Strecke zu bleiben. Zum Jahresende musste die Wohnhilfe ihre Beratungstätigkeit fast komplett einstellen, Geschäftsführer Marcus Krüger, dessen Stelle die Caritas mitfinanziert hatte, verlor seinen Job.

Jetzt deutet alles darauf hin, dass die Arbeit, die der Verein seit fast 30 Jahren aufgebaut hat, doch weiterlaufen kann. Die Schottener Soziale Dienste GmbH, die in Hessen und Rheinland-Pfalz an 80 Standorten tätig ist, springt in die Bresche. Die Sozialgesellschaft habe eine gemeinnützige Stiftung Wohnen gegründet und damit die Grundlage geschaffen, um den Geschäftsbetrieb der Wohnhilfe zu übernehmen, teilte Geschäftsführerin Silke Becker mit. Die Stiftung sei bereit, in alle bestehenden 58 Mietverträge einzutreten, die Untermietverhältnisse sowie die Warteliste der Wohnungssuchenden zu übernehmen und die bisherigen Mitarbeiter der Wohnhilfe zu beschäftigen. „Uns ist wichtig, dass auch für Netzwerkpartner vertraute Personen und Strukturen erhalten bleiben“, sagt Becker.

Ihm falle ein Stein vom Herzen, dass die Arbeit der Wohnhilfe, die im Laufe von drei Jahrzehnten fast 1500 Menschen ein neues Zuhause gegeben habe, weitergeführt werden könne, sagte Vereinsvorsitzender Günter Adam der FR. Seinen Angaben zufolge wird sich der ehrenamtliche Vorstand, dem auch der ehemalige Caritas-Geschäftsführer Otmar Vorländer angehört, zunächst um die Verwaltung der beiden von der Wohnhilfe in Eigenregie vermieteten Wohnhäuser in Hofheim-Diedenbergen kümmern. Langfristig wolle man auch diesen Bereich an die Schottener Sozialgesellschaft übergeben. Laut Adam laufen zudem Gespräche, dass der Main-Taunus-Kreis, der in der Vergangenheit pro vermittelter Wohnung eine Pauschale in Höhe von 1500 Euro an die Wohnhilfe gezahlt hat, dieses Geld in Zukunft auch der Schottener Gesellschaft zur Verfügung stellt. Eine weitergehende finanzielle Unterstützung des Vereins hatte der Kreistag Ende 2018 abgelehnt.

Die Stadt Eschborn hat bereits 25 000 Euro an die Wohnhilfe überwiesen. Wenn bis Juni ein Konzept über die Fortführung vorliegt, soll noch einmal so viel Geld fließen. „Ein solches Konzept können wir jetzt zur Verfügung stellen“, sagt Günter Adam. Die neu gegründete Stiftung Wohnen soll ihren Sitz in Eschborn haben.

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