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Start fürs Bürgerhaus

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3,5 Millionen Euro soll das Bürgerhaus kosten, das die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft innerhalb eines Jahres am Rand des Stadtteils Marxheim hochziehen will. Die Ermittlungen gegen Ex-Chef der Baugesellschaft dauern an. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Die Bürgermeisterin hat das Bürgerhaus an der Ahornstraße stets für überdimensioniert gehalten. Auch bei der Grundsteinlegung hielt Gisela Stang (SPD) damit nicht hinterm Berg. Die Frage, "ob wir uns das leisten können" sei berechtigt, sagte sie am Dienstag: "Aber es ist nun entschieden."

3,5 Millionen Euro soll das Bürgerhaus kosten, das die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) innerhalb eines Jahres am Rand des Stadtteils Marxheim hochziehen will. Sie ist auch Bauherrin des 7,5 Millionen Euro teuren Nachbargebäudes, das schon im Rohbau steht. Mieter sind die Märkte Penny und Rewe. Eröffnen wollen sie im November.

Der Marxheimer Ortsvorsteher Armin Thaler (CDU) lobte die Kombination von Bürgerhaus und Läden. Damit sei die "wohnortnahe Grundversorgung" Marxheims gesichert. Im Ort geht allerdings die Befürchtung um, der innerorts gelegene kleine Tengelmann-Markt könnte den beiden großen Konkurrenten an der grünen Wiese zum Opfer fallen. "Kaufen Sie beim Tengelmann ein, dann bleibt er auch", sagte dazu Thaler.

1979 hätten die Marxheimer Vereine zum ersten Mal ein Bürgerhaus gefordert, rief Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater (CDU) in Erinnerung. Nach fast drei Jahrzehnten Hin und Her gab das Stadtparlament im Herbst 2008 grünes Licht für das Großprojekt oberhalb des städtischen Wertstoffhofs. Mit der schwarz-gelben Rathauskoalition stimmten FWG und BfH. Die Gohl war dagegen, die SPD enthielt sich.

Den Sozialdemokraten wäre eine zwei Nummern kleinere Lösung lieber gewesen. Ihnen schwebte ein neues Bürgerhaus im Ortskern vor, auf dem städtischen Gelände in der Bahnstraße 6. Doch die Vereine hielten davon nichts: Es wäre kein Platz für einen großen Saal gewesen, außerdem befürchteten sie, Anwohner könnten sich am Lärm stören.

Auch nach dem Votum für die große Lösung an der Ahornstraße sorgte das Bürgerhaus weiter für Wirbel. Es war eines der Bauprojekte, wegen denen der HWB-Geschäftsführer Gerd Czunczeleit geschasst wurde. Seit vorigem Herbst ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen den früheren Ersten Stadtrat und gescheiterten CDU-Bürgermeisterkandidaten wegen Korruptionsverdachts. Auch die Revision des Kreises rügte, dass er bei HWB-Projekten mit denselben Firmen zusammengearbeitet hat, wie beim Bau seines Privathauses.

Obwohl die Vorwürfe gegen ihn und ein Eppsteiner Architekturbüro weiter im Raum stehen, ließ Czunczeleit es sich nicht nehmen, gestern zur Grundsteinlegung für das Bürgerhaus zu kommen. Durch die andauernden Ermittlungen sei er bei der Suche nach einer neuen Stelle "blockiert", sagte der CDU-Mann, der stets seine Unschuld beteuert hat.

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