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Firmen-Umzug in Eppstein

Stanniolfabrik will Geld von der Stadt

Nicht nur die Banken wollen derzeit Geld vom Staat. Auch die Stanniolfabrik in Eppstein fordert für ihren Umzug Hilfe vom Steuerzahler. Von Claudia Horkheimer

Von CLAUDIA HORKHEIMER

In einer Zeit, in der es modern ist, dass Firmen auf staatliche Unterstützung pochen, leidet offenbar auch die Eppsteiner Stanniolfabrik unter finanziellem Magengrimmen. In einer aktuellen Mitteilung betont Eppstein Foils das enorm hohe finanzielle Risiko, dass das weltweit agierende Unternehmen tragen müsse, wenn es der von der Stadt geforderten Umsiedlung zustimme.

"Ein Umzug macht nur bei weitestgehend öffentlicher Förderung Sinn", erklärt Geschäftsführer Dirk Mälzer. Denn die entstehenden Kosten könnten erst nach 15 oder 20 Jahren wieder eingespielt werden. Laut Medienberichten würde eine Umsiedlung von der Altstadt ins neue Gewerbegebiet Bremthal mehr als 14 Millionen Euro kosten. Diese Summe wollte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag weder bestätigen noch dementieren. Für Eppsteins Ersten Stadtrat Peter Reus (parteilos) ist die Frage der Finanzierung nur ein Punkt unter vielen. Derzeit prüfe eine Treuhandgesellschaft das gesamte Vorhaben.

Mehr Leben für die Altstadt

Der Umzug der Stanniolfabrik, die ein Drittel der Altstadt einnimmt, ist Teil eines großangelegten städtebaulichen Sanierungsplans. Damit will die idyllisch zwischen Bergen gelegene Taunusgemeinde ihren historischen Kern beleben und Eppstein als Wohnort für junge Familien attraktiver machen. Zur Forderung des Stanniolwerks sagt Reus: "Wir können dies noch nicht einschätzen". Bislang seien zwei Millionen Euro an Landesmitteln für das Projekt genehmigt. Gelder aus dem Konjunkturhilfsprogramm kämen hingegen nicht in Frage. Bis in die zweite Jahreshälfte wolle man mit den Grundlagen ein Stück weiter sein.

Ende vergangenen Jahres hatte Eppstein Foils eine Machbarkeitsstudie mitsamt Masterplan und Kalkulationen vorgelegt. Fazit: "Den Chancen der Neuansiedlung stehen ein erhebliches betriebswirtschaftliches Risiko und immense Kosten gegenüber, die vom Unternehmen alleine nicht getragen werden können". Zudem würden sich Mitarbeiter und Geschäftsführung am gegenwärtigen Standort am Fuße der Burg "äußerst wohl" fühlen. Dabei wolle Eppstein Foils sich "grundsätzlich nicht in den Weg stellen", betont Mälzer.

Eine Umsiedlung hätte für den Produzenten von Metallfolien sicher Vorteile: Der neue Standort ist wegen der Nähe zur A3 besser angebunden und birgt Potentiale zur Expansion. Indes fürchtet Mälzer durch die Verlagerung eine zeitweise Unterbrechung der Produktion: "Das ist undenkbar".

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