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Standbetreiber auf den Barrikaden

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Auf dem Hochheimer Markt geht es rund - nicht nur in den Fahrgeschäften.
Auf dem Hochheimer Markt geht es rund - nicht nur in den Fahrgeschäften. © FR/Schick

Die Marktbeschicker sind stinksauer über einen Exklusiv-Vertrag der Stadt mit der Bitburger-Brauerei. Bürgermeisterin Munck bemüht sich, die Wogen zu glätten. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Mit einem kleinen Sturm aufs Rathaus haben etliche Betreiber von Getränke- und Imbissbuden auf dem anstehenden Hochheimer Marktes am Dienstagmorgen ihrem Ärger Luft gemacht. Der Stein des Anstoßes war die Informationspolitik über die neuen Sponsorenmodalitäten beim Hochheimer Markt, einem der größten Jahrmärkte in Hessen. Denn zum ersten Mal in diesem Jahr wird der Markt von Sponsoren unterstützt, weil anders etwa die Werbekosten nicht mehr zu finanzieren sind, wie Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG) am Donnerstag sagte.

Entschuldigung und Kritik

Die Rathaus-Chefin hatte kurzfristig zur Pressekonferenz geladen, um zum einen einen Fehler einzuräumen, aber auch um Kritik zu üben. Der Hauptsponsor - die Bitburger Braugruppe, zu der auch Licher gehört - verlangt, dass nur Getränke aus ihrem Sortiment verkauft werden dürfen. Dies sei eine gängige Praxis, die bereits auf vielen anderen großen Festen wie dem Erbacher Wiesenmarkt oder dem Hessentag üblich ist, sagt der stellvertretende Marktleiter Thomas Pokoyski.

Dennoch hatte die Vereinbarung bei einigen Standbetreibern und auch bei der CDU für Unmut gesorgt. Munck entschuldigte sich für die kurzfristige Information. Der Sponsorenvertrag war am 9. Oktober geschlossen worden. Die Betroffenen wurden erst eine Woche später in Kenntnis gesetzt.

Als Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbaugesellschaft, die für die Marktorganisation zuständig ist, habe sie es versäumt, den Aufsichtsrat zwischendurch einzuladen und über den aktuellen Verhandlungsstand mit den Sponsoren zu berichten, sagte Munck. Dadurch hätten die Standbetreiber erst kurzfristig davon erfahren. Einige hätten bereits Verträge mit anderen Lieferanten. Dies sei jedoch kein Problem, weil diese durchaus eingehalten werden könnten.

Dennoch sei nicht nachzuvollziehen, wie in den Medien drüber berichtet wurde, wo von einem sechsstelligen Betrag die Rede war, den Bitburger angeblich an Hochheim zahlen würde. "Ich nenne keine Zahlen, aber soviel ist es nicht", sagte Munck. Es mache einen schon betroffen, wenn unterstellt werde, man handle nicht rechtmäßig. Definitiv wies sie auch den Vorwurf von Preisabsprachen oder Vorteilen für Einzelpersonen von sich. "Es gibt keine Preisbindung. Jeder Standbetreiber kann seine eigenen Konditionen aushandeln". Die ganze Sache werfe für künftige Sponsoren kein gutes Licht auf Hochheim. Aber man sei auf ihre Unterstützung angewiesen. Für alle Hochheimer Feste steht zusammen nur ein städtischer Zuschuss von 19000 Euro zur Verfügung. Mit Sponsoren hatte Hochheim in diesem Jahr erstmals beim Weinfest zusammengearbeitet.

Der Hochheimer Markt findet vom 5. bis 9. November statt. An mehr als 740 Ständen werden rund 500000 Besucher erwartet.

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