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Das Werkstattgebäude steht unter Denkmalschutz.
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Das Werkstattgebäude steht unter Denkmalschutz.

Hattersheim

Auf dem Weg zum Stadtmuseum

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Vertrag mit Investorengruppen beschlossen / Kritik an befristeter Nutzung

Gegen heftigen Protest der Opposition hat die rot-grüne Regierungskoalition in der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Kommunalwahl ein Projekt auf den Weg gebracht, das das Neubaugebiet Schokoladenfabrik aufwerten soll: Im denkmalgeschützten ehemaligen Werkstattgebäude der Firma Nestlé werden künftig ein Sterne-Restaurant sowie das Stadtmuseum Platz finden. Der Vertrag zwischen der Stadt und zwei Investorengruppen wurde am Donnerstag mehrheitlich beschlossen.

Für ein Museum, in dem der Geschichtsverein seine Exponate ausstellen kann, sprechen sich inzwischen alle Fraktionen aus. Doch die Investoren und deren Pläne stoßen bei CDU, FWG und FDP nicht auf volle Begeisterung. Der Streit entzündete sich an einer Vertragsklausel. Während Holger Diefenbach von der NAI Apollo Corporate Finance und Stefan Wiese von der Real Grundbau der Stadt zunächst ein unbefristetes Nutzungsrecht für die 500 Quadratmeter große Museumsfläche in Aussicht gestellt hatten, ist dies nun im Vertrag auf 30 Jahre befristet, verbunden mit einer Kaufoption für die Stadt nach Ablauf – es sei juristisch nicht anders möglich, hieß es.

Zu welchem Preis die Kommune diesen Teil des Gebäudes zurückkaufen könnte, ist in dem Vertrag allerdings nicht geregelt, er enthält lediglich eine Formel, die die Sanierung und Anbaukosten berücksichtigt. „Schlecht verhandelt“, befand deshalb CDU-Stadtverordneter Klaus Schindling und fügte hinzu: „Wir lassen uns von den Investoren nichts aufoktroyieren.“ Entweder müsse die Stadt im Vertrag den Kaufpreis deckeln, oder das Gebäude behalten und mit dem von Nestlé zugesagten Zuschuss von einer Million Euro restaurieren. Schindling rügte, dass es keine Expertise darüber gebe, wie hoch die Kosten für die Sanierung des Werkstattgebäudes seien.

„Das Vertrauen in die Akteure fehlt mir“ befand der FWG-Stadtverordnete Karl-Heinz Spengler. Bürgermeisterin Antje Köster (SPD), die das Vorhaben als erstes erfolgreiches Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft in Hattersheim pries, und der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Winfried Pohl, sahen hingegen nur Vorteile für die Stadt: Museum und Restaurant würden das Viertel aufwerten, die Kosten seien überschaubar. CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Minnert wundert sich darüber, dass der Hofheimer Projektentwickler Michael Weiß, der sich ebenfalls für das Werkstattgebäude interessiert, kein Gehör im Rathaus fand. Schindling sprach von einem SPD-Freundschaftskreis mit den Ex-Bürgermeistern Adi Schubert und Hans Franssen (Vorsitzender des Geschichtsvereins), der Einfluss genommen habe.

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