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Stadt rügt Immobilienfirma

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Der „bunte Riese“  am Schwalbacher Marktplatz.
Der „bunte Riese“ am Schwalbacher Marktplatz. © Michael Schick

Die Stadt ärgert sich über Schäden im „bunten Riesen“ in der Limesstadt. Eigentümer Gagfah will jetzt einen Techniker vorbeischicken.

Von Barbara Helfrich

Vor dem „bunten Riesen“, dem Hochhaus, das die Limesstadt überragt, stehen um die Mittagszeit vier Jugendliche. Einer hat eine Schnapsflasche in der Hand und schwankt schon stark. Passanten lässt die Gruppe zwar unbehelligt vorbei, trotzdem lädt die Situation nicht zum Flanieren ein. Ohnehin klaffen in der kleinen Ladenzeile im Erdgeschoss Leerstände.

„Das Ambiente erscheint immer trostloser“, beklagt die Stadt und sieht die Schuld beim Eigentümer des „bunten Riesen“, der Gagfah-Gruppe. Sie besitzt nach eigenen Angaben in Deutschland rund 150000?Mietwohnungen, 185 davon laut Stadt am Schwalbacher Marktplatz. Das Unternehmen lasse seine Immobilien herunterkommen, kritisiert die Stadt. So sei unter anderem die Beleuchtung vor dem „bunten Riesen“ schon lange defekt, „Erscheinungsbild und Sauberkeit“ ließen zu wünschen übrig.

Stark betroffen sei auch die Stadtbücherei, deren Räume ebenfalls der Gagfah gehören, sagte Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) gestern in einer Pressekonferenz. Dort laufe schon seit einem Jahr „das Wasser an den Wänden herunter“, Bücher und Regale seien in Gefahr.

Seit langem schon suche die Stadt den Kontakt mit der Gagfah, stoße dort aber stets auf taube Ohren, rügte Augsburger. Sie habe im Oktober schriftlich um einen Gesprächstermin gebeten, der Brief sei aber unbeantwortet geblieben. Auch ein zweites Schreiben habe die Gagfah seit Dezember ignoriert. Eine Reaktion sei erst gekommen, als die Stadt Anfang des Jahres die Miete für die Stadtbücherei um fünf Prozent kürzte. Die Gagfah mahnte das Geld prompt an.

„Wir möchten uns noch einmal für den Versand der Mahnung entschuldigen“, teilte die Gagfah gestern auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Bei dem Wasserschaden handele es sich um einen Versicherungsfall, deshalb sei es „zu Verzögerungen“ gekommen, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Morgen wird noch einmal ein Techniker vor Ort den Schaden begutachten.“

Den Vorwurf, für die Bürgermeisterin seit Monaten nicht zu sprechen zu sein, weist das Unternehmen allerdings zurück: Der Leiter des zuständigen Kundencenters habe „mehrfach telefonisch versucht, die Bürgermeisterin zu erreichen.“ Das sei nicht möglich gewesen. „Es gab auch keinen Rückruf aus ihrem Büro“.

Was die defekte Beleuchtung vor dem „bunten Riesen“ angeht, gebe es „noch Klärungsbedarf“, so Gagfah-Sprecherin Bettina Benner: „Unserer Meinung nach handelt es sich um städtisches Gelände, auf dem die Beleuchtung steht.“ Die Stadt habe den Marktplatz und das Parkdeck darunter für 2,3?Millionen Euro sanieren lassen, betont dagegen Bürgermeisterin Augsburger. Der Gagfah gehe es nur um „Gewinn, Gewinn, Gewinn“.

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