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Was ist die Stadt ohne Bad?

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Zu unserem Artikel "Bad Soden kämpft um die Therme" (FR vom 23. Januar) hat uns ein Leserbrief erreicht.

Die Übernahme der ungenutzten Karten durch das Königsteiner Schwimmbad ist erfreulich, aber Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Bad Sodener Therme hat der Brief, den Bürgermeister Altenkamp an alle Elferkarten-Besitzer geschickt hat, bei mir nicht geweckt. Utopisch erscheint mir das Hoffen auf das Konjunkturprogramm der Bundesregierung: Kann und will die Stadt Bad Soden den Eigenbeitrag stemmen, der dazu erforderlich ist, ohne schon einen neuen Träger zu haben? Wer entwickelt so schnell ein Planungs- und Baukonzept?

Offenbar wurde die Stadt durch die Technik- und Brandschutzprobleme völlig überrascht, obwohl sie bis vor zwei Jahren selbst Betreiber war, und dann der Umbau vermutlich auch von der Bauaufsicht genehmigt und abgenommen wurde. Da bleibt nur die zynische Hoffnung, dass die Konjunktur noch lange nicht anspringt und der Stadt Zeit für ihre Hausaufgaben bleibt.

Eine Beteiligung an den Kosten hat laut Pressemeldungen der Main-Taunus-Kreis bereits abgelehnt. Das Argument von Bürgermeister Altenkamp, hier handele es sich um medizinische Grundversorgung der Region, für die die Stadt alleine nicht verantwortlich sei, kann ich nicht nachvollziehen. Zählen die Frankfurter Theater zur kulturellen Grundversorgung, wenn sie von Bürgern aus der ganzen Region besucht werden? Oder andersherum: Wie will sich eine Stadt wie Bad Soden im Rhein-Main-Gebiet positionieren wenn nicht als Bad? Und davon ist - nachdem der Kurpark sukzessive verkleinert wurde und der Kurbetrieb aufgegeben - neben den Quellen nur noch das Thermalbad mit dem Solewasser übrig geblieben. Mich jedenfalls zog es nur deshalb regelmäßig nach Bad Soden (und dann auch in Ausstellungen, Geschäfte oder Restaurants), weil es das Thermalbad gab.

Rita Bouvier-Kohaupt, Frankfurt

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