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Speziell für Kinder

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Pia A. Döll hat Erfahrung mit kindgerechten Einrichtungen.
Pia A. Döll hat Erfahrung mit kindgerechten Einrichtungen. © FR/Oeser

Farben und Formen erleichtern in der Eschborner Kita Schillerstraße die Orientierung. Beim Tag der Architektur am Wochenende können sich Besucher ihr eigenes Bild machen. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Farbige Kacheln, eine Raumanordnung die den Himmelsrichtungen entspricht und Gänge, die sich wie natürliche Pfade durch das Gebäude schlängeln: Einiges in der neuen Kita Schillerstraße in Niederhöchstadt hat seinen Ursprung in der fernöstlichen Energielehre des Feng Shui. Dabei ist Innenarchitektin Pia A. Döll kein "Feng Shui-Guru", sagt sie.

Die Planerin aus Eschborn nimmt mit ihrem Projekt am bundesweiten Tag der Architektur teil. Allein in Hessen werden dabei 150 Architekturprojekte vorgestellt. Fünf sind es im Main-Taunus-Kreis, unter anderem das Urnenwandfeld auf dem Eschborner Friedhof und das Biogaskraftwerk in Flörsheim-Wicker.

Die städtische Kita mit Platz für 150 Kinder wurde 2008 für 2,5 Millionen Euro errichtet. Döll erstellte das Raumkonzept und plante die Inneneinrichtung für die 1300 Quadratmeter große Fläche. "Alle Gruppenbereiche sind gleich aufgebaut und am Leben in der Familie orientiert", erklärt Döll. "Es gibt einen Eingangsbereich, einen Wohnbereich, eine Küche und eine Toilette." Außerdem hat jeder Gruppenbereich einen separaten Zugang nach draußen. Die meisten Möbel musste Döll speziell für die Bedürfnisse der Kinder anfertigen lassen. Etwa Schließfächer und Kleiderhaken im Umkleideraum für 50 Kinder oder Ständer für jeweils 25 Gummistiefel, die vor jeder Tür stehen.

Orientieren können sich Kinder wie Erwachsene an den vier Grundfarben, die in jedem Gruppenbereich wiederzufinden sind. Außerdem sind Hort, Kindergarten und Verwaltungsbereich anhand der Fußbodenfarben zu erkennen. "Man spürt intuitiv, wenn man einen anderen Bereich betritt", erklärt Döll den Wechsel vom Apfelgrün des Kindergartens zum Terrakotta des Horts.

Für Erzieherin S. Ardite, seit 28 Jahren in der Schillerstraße tätig, war der Umzug in die neuen Räume "eine große Umstellung", aber sie habe sich prima eingelebt. Leider sei es, trotz Schalldämmung an den Wänden, immer noch sehr laut. Ein wenig Ruhe bringen die verwinkelten Flure. Um Rennstrecken zu vermeiden, wurden die Gänge geschlängelt angelegt. "Das soll auch die Neugier der Kinder wecken", so Döll. Für sie war es nicht das erste Projekt, das sie für Kinder realisierte. Auch die Kinderbetreuung "Rotkäppchen-Service" an den Flughäfen Frankfurt und München plante Döll.

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