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Weil der städtische Haushalt defizitär ist, drohte das Aus für das beliebte Ausflugsziel im Norden Hofheims.

Hofheim

Wildschweine können bleiben

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Die die Wildpark-Retter spenden 12.500 Euro für den Erhalt des Tiergeheges am Kapellenberg. Ohne dieses Geld, hätte das Gehege dicht gemacht werden müssen.

Mit silberfarbenen Luftballons sind die Wildpark-Retter gestern zum Pressetermin an das Tiergehege am Kapellenberg gekommen. Die Ziffern eins, zwei, fünf und zweimal die Null zeigen an, welchen Betrag der Verein gesammelt hat, damit der kleine Tierpark im Norden Hofheims erhalten bleiben kann: 12 500 Euro seien in nur wenigen Monaten zusammengekommen, berichtete Kassenwart Heinz-Jürgen Steinle stolz. Im Schnitt habe jeder Spender 75 Euro bezahlt, um das Tiergehege am Kapellenberg vor der Schließung zu bewahren. Die größte Einzelspende stammte von der Steinbergschule. Die Mädchen und Jungen übergaben dem Vereinsvorstand vor den Sommerferien einen Scheck über mehr als 3000 Euro.

Wären die Wildpark-Retter, die ab Mitte Februar unter dem Dach der Hofheimer Bürgerstiftung Geld sammelten und seit Mai ein eingetragener gemeinnütziger Verein sind, nicht aktiv geworden, hätte die Stadt das Tiergehege, in dem zurzeit vier Wildschweine, ein Damhirsch und zwei Damkühe leben, Ende Juni dicht gemacht.

Der städtische Haushalt sei hoch defizitär, der kleine Tierpark „eine klassische freiwillige Leistung“, sagte Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD). Das Parlament entschied deshalb, den Zuschuss – 25 000 Euro im Jahr – komplett zu streichen.

Viele Menschen hätten sich danach im Rathaus gemeldet, ihre Hilfe angeboten und Spenden in Aussicht gestellt. Lange Unterschriftenlisten aus Kindergärten seien eingegangen, berichtete Winckler. Rasch fand sich eine Truppe rund um Tobias Rösmann und Marc Djakeli zusammen, 20 Mitstreiter kamen zum ersten Treffen des Kreises der Wildpark-Retter Mitte Februar. Jetzt habe der Förderverein 37 Mitglieder, berichteten die beiden Vorsitzenden.

Und das Ziel, das Wildgehege vor der Schließung zu bewahren, wurde mit vereinter Kraft erreicht. Bis zum Jahresende ist der Erhalt alleine durch die Spende in Höhe von 12 500 Euro gesichert. Für die Zeit danach gibt es eine Vereinbarung mit der Stadt, dass der Verein 10 000 Euro pro Jahr zuschießt, und Hofheim die Restsumme drauflegt, damit Wildschweine und Damwild weiterhin von Spaziergängern am Kapellenberg betrachtet werden können. „Generationen von Hofheimern kennen das Wildgehege, sind als Kinder mit ihren Eltern hierhergekommen. Das ist eine sehr emotionale Angelegenheit“, sagte die Ortsvorsteherin der Kernstadt, Elli Wagner. „Es ist wunderbar, dass das Gehege jetzt erhalten bleibt.“

Der Förderverein der Wildpark-Retter wirbt weiterhin um Mitglieder und will Spenden auch bei Hofheimer Gewerbetreibenden sammeln. Denn es gibt weitere Pläne. Als nächstes solle die marode Bank am Tiergehege erneuert werden, versprach Marc Djakeli. Danach sei geplant, den Tümpel auf dem Areal, an dem früher Enten heimisch waren, gemeinsam mit dem Revierförster und Landschaftsarchitekten wieder herzurichten.

Weil bei Wildschweinen Inzucht droht, wenn Alt- und Jungtiere gemeinsam leben, wurden vor kurzem vier Tiere erschossen. Demnächst soll es im Wildgehege aber wieder Zuwachs geben. Eventuell würden neue Wildschweine aus Hanau geholt, teilte der Verein gestern mit.

Spenden für das Wildgehege sind möglich auf das Konto: Wildpark-Retter, IBAN DE 3251250000000223287. Informationen unter www.wildparkretter.de.

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